
In Gaegeum 3-dong im Bezirk Busanjin gehen die Beratungsstellen für Sozialleistungen und Gesundheit zu den Bewohnern. Statt im Amtsgebäude zu warten, gehen sie ins Viertel hinaus. Seit solche Versuche landesweit begonnen haben, sind 100 Tage vergangen. Das "Gesetz über die integrierte Unterstützung der regionalen Pflege einschließlich medizinischer Versorgung und Altenpflege" beging seinen 100. Tag am 4. Juli, und in dieser Zeit haben rund 46.000 Menschen an die Tür der integrierten Pflege geklopft.
Dieses Gesetz schuf einen Rahmen dafür, medizinische Versorgung und Pflege gemeinsam in der eigenen Wohnung zu erhalten, ohne in Krankenhäuser und Einrichtungen umzuziehen. Der Regelbetrieb läuft seit dem 27. März 2026 landesweit. Von den Antragstellern wurden rund 37.000 tatsächlich an Leistungen vermittelt, erbracht wurden insgesamt rund 123.000 Leistungen. Eine Person erhielt im Schnitt 3,3 davon.
Bemerkenswert ist die Zusammensetzung darin. 37 Prozent der erbrachten Leistungen waren spezialisierte Angebote, die die Kommunen passend zu den örtlichen Verhältnissen selbst entworfen haben. Solche regional spezialisierten Leistungen belaufen sich auf rund 4.000. Das heißt, die Lücken, die ein von der Zentrale vorgegebenes Standardmenü allein nicht füllt, schließen die Stadtviertel in Eigenregie.
Nach Bereichen aufgeschlüsselt lag mit Stand vom 26. Juni die Alltagspflege mit 43,1 Prozent an der Spitze. Es folgten Gesundheitsmanagement und Prävention mit 19,7 Prozent, Langzeitpflege mit 12,8 Prozent und Wohnhilfe mit 10,1 Prozent. Am dringendsten gebraucht wird weiterhin die Hand, die die Grundlagen des Alltags stützt, also Essen, Reinigung und Mobilität.
Der Bedarf ist weit größer. Als das Gesundheitsministerium im Juni 2.000 Menschen befragte, antworteten 93,8 Prozent, sie würden die integrierte Pflege nutzen, wenn sie pflegebedürftig würden. Das sind mehr als neun von zehn. Tatsächlich beantragt haben sie in 100 Tagen jedoch nur rund 46.000 Menschen.
Busan hat die vierthöchste Zahl älterer Antragsteller im Land. Beschränkt auf die Metropolstädte liegt es nach Daejeon an zweiter Stelle.
Auch ob das System das Leben der Menschen tatsächlich verändert, wird belegt. Auf dem 1. Forum zur integrierten kommunalen Pflege am 8. Juli legte Professorin Nam Hyun-ju von der Gachon-Universität eine Auswertung der Teilnehmer des zweiten Vorbereitungsprojekts zur integrierten häuslichen Versorgung von 2021 bis 2023 vor. Das Risiko einer Aufnahme in ein Pflegeheim sank um 27 Prozent, das Risiko einer Aufnahme in ein Pflegekrankenhaus um 32 Prozent.

Die integrierte häusliche Versorgung ist ein System, bei dem Bezieher von Langzeitpflege häusliche Pflege, Baden, Krankenpflege und Tages- sowie Nachtbetreuung gebündelt bei einer Einrichtung erhalten. Dieses Forum richteten das Gesundheitsministerium und das Korea Institute for Health and Social Affairs gemeinsam aus.
Über Schwierigkeiten klagen gerade die Kommunen, die das umsetzen. Es wurden Stimmen laut, dass sowohl Haushalt als auch Personal knapp seien, und Fachleute wiesen darauf hin, dass die Unterschiede bei der medizinischen und pflegerischen Infrastruktur zwischen den Regionen groß sind. Je stärker eine Region medizinisch unterversorgt ist und je mehr ihre Bevölkerung schrumpft, desto dünner ist das Fundament, das die Leistungen tragen soll.
Der 4. Ausschuss für integrierte Pflegepolitik, den Gesundheitsministerin Jeong Eun-kyeong am 7. Juli im Regierungsgebäude Seoul leitete, setzte dieses Thema auf die Agenda für das zweite Halbjahr. Danach soll überprüft werden, wie Antragstellung und Leistungsvermittlung laufen, die Kompetenz der Kommunen gestärkt und das Fundament des Systems gefestigt werden. Das Ministerium für Inneres und Sicherheit berichtete über einen Prüfplan zur Zuweisung von Fachpersonal, mit dem in den Kommunen ein System der integrierten Pflege aufgebaut werden soll. Wie viel Personal zugewiesen wurde und wo Lücken bestehen, dieses Bild wird sich durch diese Prüfung zeigen.
Auch die Ministerien brachten ihren jeweiligen Anteil mit. Das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten legte ein Modellprojekt zur Verknüpfung mit dem Förderprogramm für Pflegetätigkeiten auf dem Land vor, das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus Unterstützung für Kultur, Freizeit und Sport von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung, das Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr einen Plan zur Wohnhilfe. Der Bezirk Buk-gu in der Sonderstadt Jeonnam-Gwangju stellte auf Grundlage seiner Erfahrungen vom Modellprojekt bis zum Regelbetrieb eine eigene Umsetzungsstrategie vor.
Künftig kommen schrittweise häusliche Rehabilitation, häusliche Ernährungsberatung und Sterbebegleitung zu Hause hinzu. Der auf ältere Menschen ausgerichtete Kreis der Berechtigten wird auf Menschen mit Behinderung und psychisch Erkrankte erweitert. Die Regierung erklärt, sie werde eine Online-Antragsstelle einrichten, Fachpersonal aufstocken und schulen sowie ein System der Wirkungsbewertung schaffen, das misst, ob sich das Leben der Nutzer tatsächlich verbessert hat.
Das Gesundheitsministerium führt eine Bestandsaufnahme zur integrierten kommunalen Pflege durch und stellt auf Grundlage der Ergebnisse den 1. Rahmenplan für die integrierte Pflege auf. Die rund 123.000 Leistungen, die sich in 100 Tagen angesammelt haben, werden zur Datengrundlage dieses Plans.
