
Wer am Schalter eines Krankenhauses die Behandlungskosten bezahlt, sieht nur das Geld, das er selbst aufbringt. Der Anteil, den die Krankenversicherung übernommen hat, steht als eine Zeile auf der Quittung. Das am 18. vom Nationalen Datenamt veröffentlichte "Ergebnis der Einkommensstatistik unter Berücksichtigung sozialer Sachtransfers" hat diesen Anteil in Einkommen umgerechnet. Der Wert der Leistungen, die ein Haushalt 2024 auf diesem Weg erhielt, lag im Durchschnitt bei 9,26 Millionen Won und damit bei 12,5 Prozent des Haushaltseinkommens.
Soziale Sachtransfers bezeichnen jene Leistungen, die der Staat statt in Geld in Form von Dienstleistungen und Gütern erbringt. Dazu gehören der kostenlose Schulunterricht, die kostenlose Kinderbetreuung, die kostenlose Schulverpflegung und die Übernahme von Behandlungskosten durch die Krankenversicherung.
Als dieser Anteil dem Einkommen hinzugerechnet wurde, bewegten sich die Ungleichheitsindikatoren deutlich. Der Gini-Koeffizient sank von 0,325 auf 0,281 und damit um 0,044, die relative Armutsquote ging von 15,3 Prozent auf 10,5 Prozent zurück, ein Minus von 4,8 Prozentpunkten. Das bedeutet, dass von 100 Haushalten knapp fünf dank der erhaltenen Leistungen über die Armutsgrenze gelangten. Das angepasste Haushaltseinkommen lag bei 83,53 Millionen Won und stieg damit um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nach Einkommensfünfteln betrachtet erhielten die Haushalte des ersten Quintils, also die unteren 20 Prozent, Sachleistungen von 7,27 Millionen Won im Jahr, das fünfte Quintil, die oberen 20 Prozent, 12,53 Millionen Won. Der absolute Betrag steigt nach oben hin. Der Anteil dieses Betrags am jeweiligen Haushaltseinkommen verhält sich jedoch genau umgekehrt. Im ersten Quintil sind es 46,8 Prozent, im fünften 7,2 Prozent.
Für einen Haushalt, der mit 15,52 Millionen Won durch das Jahr kommt, sind Leistungen im Wert von 7,27 Millionen Won fast die Hälfte des Auskommens. Für einen Haushalt mit 173,38 Millionen Won Einkommen sind 12,53 Millionen Won ein Vierzehntel.
Auch die Art der Leistungen unterscheidet sich je nach Quintil. Von den Sachleistungen des ersten Quintils entfallen 88,0 Prozent auf medizinische Versorgung. Auch im zweiten Quintil waren es 67,1 Prozent.
Im fünften Quintil dagegen ist die Bildung mit 57,0 Prozent der größte Posten, im vierten Quintil liegt die Bildung bei 51,3 Prozent. Die Haushalte am unteren Ende erhalten Unterstützung bei der medizinischen Versorgung, die am oberen Ende bei der Bildung.
Nach dem Alter des Haushaltsvorstands aufgeschlüsselt sind die Unterschiede in den Beträgen groß. Haushalte in den Vierzigern erhalten mit 14,99 Millionen Won am meisten, es folgen die Fünfziger mit 9,74 Millionen Won, die ab 60-Jährigen mit 7,97 Millionen Won und die bis 39-Jährigen mit 5,72 Millionen Won. Bei den Vierzigern ist auch der Anteil am Haushaltseinkommen mit 16,1 Prozent am höchsten.

In der Zeit, in der schulpflichtige Kinder im Haushalt leben, ballt sich die staatliche Unterstützung. Bei den bis 39-Jährigen fällt die Kinderbetreuung, bei den ab 60-Jährigen die medizinische Versorgung vergleichsweise stark ins Gewicht.
Je mehr Haushaltsmitglieder, desto höher der Betrag. Von 3,54 Millionen Won bei Einpersonenhaushalten und 6,73 Millionen Won bei Zweipersonenhaushalten springt er auf 19,14 Millionen Won bei vier Personen und 30,19 Millionen Won bei fünf und mehr Personen. In Haushalten mit mehr als vier Personen machen Bildung und Kinderbetreuung über 70 Prozent der Sachleistungen aus.
Teilt man die gesamten 9,26 Millionen Won nach Bereichen auf, entfallen 4,88 Millionen Won (52,8 Prozent) auf die medizinische Versorgung und 3,77 Millionen Won (40,7 Prozent) auf die Bildung. Zusammen sind das 93,5 Prozent. Auf die Kinderbetreuung entfallen 320.000 Won (3,5 Prozent), auf Gutscheine und Sonstiges 280.000 Won (3,0 Prozent).
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die medizinische Versorgung um 3,5 Prozent, die Bildung ging um 3,4 Prozent und die Kinderbetreuung um 7,2 Prozent zurück. Darin liegt der Grund, dass die Gesamtzuwachsrate bei 0,4 Prozent blieb.
Warum Bildung und Kinderbetreuung zurückgingen, wurde in dieser Veröffentlichung nicht erläutert. Ob es an der Entwicklung der Schülerzahlen oder an Auswirkungen von Reformen liegt, lässt sich erst klären, wenn die Ausgaben der einzelnen Bereiche gesondert betrachtet werden.
Die Debatten über den Sozialhaushalt drehen sich meist um die Höhe der Ausgabenposten. Diese Statistik zeigt, wie diese Ausgaben aussehen, nachdem sie in die Haushalte geflossen sind. Rechnet man die auf Medizin, Bildung und Kinderbetreuung verteilte Unterstützung zusammen, ergibt sich ein Achtel des Jahreseinkommens eines Haushalts.
Das Ergebnis, dass 88 Prozent der Sachleistungen an Haushalte des ersten Quintils auf die medizinische Versorgung entfallen, zeigt, welche Seite am stärksten ins Wanken gerät, wenn der Leistungsumfang der Krankenversicherung nur ein wenig enger wird.
Wenn sich die in den Veröffentlichungen enthaltene Zeitreihe über einige weitere Jahre aufbaut, eröffnet sich die Möglichkeit zu verfolgen, welcher Posten in welchem Quintil sich bei jeder Änderung des Systems bewegt. In der diesjährigen Statistik steht neben der Skala, die bislang nur das Geldeinkommen erfasste, eine zweite, die auch die Werte für Behandlung, Bildung und Kinderbetreuung einrechnet.
