
Von zehn Millionen Tonnen auf sieben Millionen Tonnen. Das sind die beiden Marken, die der "Plan zum Plastikausstieg und zum Übergang in die Kreislaufwirtschaft" des Ministeriums für Klima, Energie und Umwelt (기후에너지환경부), der am 28. April im Kabinett vorlag, für 2030 zieht. Kern ist, die Prognose für das Aufkommen an Plastikabfall, das ohne Eingriff zehn Millionen Tonnen erreichen würde, um mehr als drei Millionen Tonnen zu drücken. Da das Ziel nun in einem staatlichen Plandokument festgeschrieben ist, bleibt als Aufgabe, einzutragen, mit welchen Händen und welchen Anlagen diese drei Millionen Tonnen abgetragen werden sollen.
Die drei Millionen Tonnen teilen sich in zwei Stränge. Den Angaben zufolge entfällt eine Million Tonnen auf einen geringeren Plastikverbrauch, zwei Millionen Tonnen auf einen höheren Einsatz von Rezyklaten. Die erste Million Tonnen betrifft Alltagsgewohnheiten und Handelspraktiken, die späteren zwei Millionen Tonnen verlangen, Anlagen und Lieferketten neu aufzubauen. Zwei Aufgaben von ganz unterschiedlichem Charakter sind damit unter einem Ziel gebündelt, weshalb für jede ein eigener Umsetzungszeitplan nötig wird.
Als Hintergrund dafür, dass der Plan zu diesem Zeitpunkt kommt, wird die von dem Krieg im Nahen Osten ausgelöste Krise bei der Naphtha-Versorgung genannt. Wenn der Rohstoff wankt, mit dem Plastik beginnt, wankt auch die Fertigungsweise, die auf billigem Neuplastik aufgebaut ist. Weniger setzen Umweltvorgaben die Industrie unter Druck, eher drängt der Rohstoffmarkt selbst die Unternehmen zu Rezyklaten. Auch der von der Zivilgesellschaft geforderte Wandel der Unternehmen und die schärferen staatlichen Vorschriften zielen auf dieselbe Stelle.
Die Mittel im Plan sind dicht gesetzt. Der Anteil an Rezyklat, der PET-Flaschen beigemischt wird, liegt derzeit bei etwa 10 Prozent, und der Plan sieht vor, ihn bis 2030 auf 30 Prozent anzuheben. Aufgenommen wurde auch, die Pflicht über PET hinaus auf Polyethylen und Polypropylen auszuweiten. Hinzu kommen der Ausbau von Anlagen für das chemische Recycling, das Plastikabfall durch Erhitzen wieder in einen öligen Zustand zurückführt, vereinfachte Genehmigungen für Behandlungsanlagen und ein Mechanismus, der den so gewonnenen Rohstoff als CO2-Minderung anrechnet.
Die Mittel im Alltag sind näher. "Zero-Waste-Zonen", in denen Mehrweggeschirr verwendet werden muss, sollen bis 2027 auf Innenstädte und Universitätsviertel ausgeweitet werden, und in öffentlichen Gebäuden wie dem Regierungskomplex Sejong (정부세종청사) sollen Einwegbecher nicht mehr mit hineingenommen werden dürfen. Einwegbecher aus Plastik fallen künftig unter die erweiterte Herstellerverantwortung, und die Vorschriften gegen übermäßige Verpackung werden auf die gesamte Lebensmittel- und Handelsbranche ausgedehnt. Auch die Verbreitung von Öko-Boxen und die Ausweitung der Klimaneutralitätspunkte (탄소중립포인트) stehen auf der Liste.

Am deutlichsten zeigt sich das Bild in den Trauerhallen. Von 1.075 Häusern im ganzen Land nutzen 100 Mehrweggeschirr. Das heißt, neun von zehn empfangen die Trauergäste weiterhin mit Einweggeschirr. Der Plan, Mehrweggeschirr zunächst in den Trauerhallen öffentlicher Einrichtungen auszuweiten und dann bis zu den privaten Häusern weiterzuführen, zeigt, dass bei einer Praxis, die als schwer veränderbar galt, tatsächlich viel Spielraum für Veränderung besteht.
Auch die Entwicklung im Ausland weist in dieselbe Richtung. Die Europäische Union verbietet ab November die Ausfuhr von Plastikabfall in Nicht-OECD-Staaten. Obwohl das Inkrafttreten der Regelung nur noch ein halbes Jahr entfernt ist, geht etwa die Hälfte des von Europa ausgeführten Abfalls weiterhin in Nicht-OECD-Staaten. In der Türkei, dem größten Abnehmerland, fallen allein im Inland jährlich 3,3 Millionen Tonnen an, mehr als das Doppelte der eigenen Recyclingkapazität.
Nach Ausfuhrmenge lag Deutschland im vergangenen Jahr mit mehr als 810.000 Tonnen weltweit an erster Stelle, Großbritannien mit rund 675.000 Tonnen an zweiter, und der britische Wert war der höchste seit acht Jahren. Die Vereinigten Staaten lagen 2025 mit 385.000 Tonnen im Bereich des fünften Platzes. Die Europäische Union bereitet eine Ökodesign-Verordnung vor, die die Einfuhr von Produkten ohne Nachweis über den Einsatz von Rezyklaten einschränkt, die Vereinigten Staaten verschärfen die Vorschriften auf Ebene der Bundesstaaten. Wenn der Weg des Hinausschiebens über die Grenzen versperrt ist, muss der Kreislauf am Ende innerhalb des eigenen Gebiets geschlossen werden.
Es gibt auch Stellen, die nicht zusammenpassen. Gemessen daran, dass das Aufkommen derzeit bei etwa 7,8 Millionen Tonnen liegt, wird das Ziel von sieben Millionen Tonnen auch so gedeutet, dass es die absolute Menge weniger stark senkt, als es den Anstieg niederdrückt. Wann und mit welcher Rechtsgrundlage die Beimischung von 30 Prozent bei PET-Flaschen verbindlich wird und wie stark die Recyclingabgabe für Unternehmen steigt, die die Vorgabe nicht erfüllen, ist bis jetzt offen. Es gibt keinen Grund, am Ziel zu zweifeln, doch die Werkzeuge, mit denen es eingehalten wird, entstehen erst in der Durchführungsverordnung und im Haushaltsplan.
Der Abstand zwischen einer Tasse Kaffee im mitgebrachten Becher und drei Millionen Tonnen wirkt groß. Dennoch gingen die Veränderungen, dass 975 Trauerhallen ihr Geschirr wechseln und der Rezyklatanteil in einer PET-Flasche von 10 auf 30 Prozent steigt, im Ergebnis von einer Forderung aus, die sich aus einzelnen Entscheidungen aufgebaut hat. Schon beim Einkauf in dieser Woche zwischen einem mehrfach einzeln verpackten Produkt und einem anderen zu wählen, ist eine Stimme für diese Forderung. Die drei Millionen Tonnen, die im Plan stehen, füllen sich nur dadurch, dass diese Stimmen gezählt werden.
