
Es beginnt mit 2000 zufällig gezogenen Telefonnummern. Werden daraus unter Berücksichtigung von Region, Geschlecht und Alter 200 Personen ausgewählt, entsteht ein Bürgergremium, das in diesem Jahr über die Politik der Republik Korea zur Klimaneutralität beraten soll. Bei einer Diskussionsveranstaltung, die der Sonderausschuss für die Klimakrise der Nationalversammlung und der dem Präsidenten direkt unterstellte Staatliche Ausschuss für die Bewältigung der Klimakrise am 28. im Abgeordnetengebäude der Nationalversammlung ausrichteten, stellte Hong Dong-gon, stellvertretender Leiter des Sekretariats des Klimaausschusses, den Entwurf des Betriebsplans für den Klimabürgerrat vor. Dem Zeitplan zufolge sollen Zusammenstellung und Gründung frühestens im Februar abgeschlossen werden und die Tätigkeit des ersten Jahres im April beginnen.
Die 200 Personen teilen sich in zwei Gruppen. 20 Mitglieder der Planungsgruppe, die die Themen ausarbeitet, und 180 Mitglieder der Beratungsgruppe, die die eigentliche Diskussion führt. Die Beratungsgruppe diskutiert getrennt in den beiden Bereichen Treibhausgasminderung und Anpassung an den Klimawandel, wobei zum Bereich Minderung auch die Energiewende gehört. Die Amtszeit beträgt ein Jahr, jedes Jahr wird die Hälfte neu ausgewählt und ausgetauscht.
Das Beratungsverfahren ist in die drei Stufen Einarbeitung in die Themen, Beratung und Diskussion sowie Meinungsfindung gegliedert. Eine Empfehlung wird angenommen, wenn mindestens 75 Prozent der Teilnehmenden zustimmen, und angenommene Empfehlungen werden dem Klimaausschuss vorgelegt, dort als Tagesordnungspunkt beraten und beschlossen und fließen in die Regierungspolitik ein. Bei Bedarf kann der Rat auch eine deliberative Bürgerbefragung vorschlagen. Als Themen für dieses Jahr wurden die Umstellung auf Elektroautos und regional unterschiedliche Strompreise, Maßnahmen gegen Hitze- und Kältewellen sowie die Unterstützung klimavulnerabler Bevölkerungsgruppen genannt.
Das Betriebsbudget von rund 2,5 Milliarden Won ist gesichert. Die Novelle des Rahmengesetzes über Klimaneutralität und grünes Wachstum, die die Rechtsgrundlage für die Einrichtung enthält, passierte am 18. Dezember vergangenen Jahres den Sonderausschuss für die Klimakrise und liegt derzeit im Rechts- und Justizausschuss. Hong erklärte, man bereite den Rat unabhängig davon vor, ob die Novelle verabschiedet werde, und gehe davon aus, dass er noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehme. Einzelheiten zum Betrieb sollen in der Durchführungsverordnung geregelt werden.
Am vorsichtigsten wurde bei der Konzeption die Frage behandelt, wer hineinkommt. Mit der Begründung, Generationen zu berücksichtigen, die die Folgen der Klimakrise lange tragen werden, soll für die 10- bis 30-Jährigen ein Auswahlgewicht von 110 Prozent gelten. Als Betriebsprinzipien wurden Repräsentativität, Unabhängigkeit und Transparenz genannt, der Beratungsprozess wird per Livestream und über die Website öffentlich zugänglich gemacht. Die Themen werden über Bürgervorschläge und eine Online-Meinungssammlung zusammengetragen, ein Beirat aus zehn externen Fachleuten unterstützt Konzeption und Durchführung.

Kim Min, Vorsitzender von Big Wave, der als Diskutant auftrat, ergänzte dazu zwei Punkte. Es sind der Vorschlag, Vorkehrungen für ein Sprechen auf Augenhöhe zu treffen, da in den Diskussionen der Untergruppen Hierarchien zwischen den Teilnehmenden entstehen könnten, und der Hinweis, dass eine Altersgewichtung beim früheren Pilotbetrieb des Bürgerrats für Klimaneutralität am Einwand der umgekehrten Diskriminierung gescheitert war. Kim forderte, das Gesetz zur Klimaneutralität benenne Jugendliche, Menschen mit Behinderung und Bauern bereits als von der Klimakrise besonders betroffene Gruppen, weshalb diese Bestimmung in die Auswahlkonzeption aufzunehmen sei. Er war 2021 bei der Gründung des Ausschusses für Klimaneutralität und grünes Wachstum, des Vorgängers des Klimaausschusses, als ziviles Mitglied beteiligt.
Die Kritik richtet sich auch gegen das Verfahren der Zufallsauswahl selbst. Wer einen Anruf entgegennimmt und zusagen kann, ein Jahr lang an Beratungen teilzunehmen, ist nicht derselbe wie jemand, der seinen Terminkalender nur schwer frei bekommt. Ob den Teilnehmenden Aufwandsentschädigungen und Fahrtkosten gezahlt werden, wurde in diesem Planentwurf nicht bekannt gegeben, und davon hängt ab, ob Bürger mit geringem Einkommen und in prekärer Beschäftigung teilnehmen können. Demografische Anteile abzubilden und die leisen Stimmen tatsächlich an den Tisch zu setzen, sind unterschiedliche Aufgaben.
In Deutschland, Belgien und Spanien laufen ähnliche Gremien seit mehreren Jahren. Der Klimaausschuss erklärte, er wolle dieses Gremium als ständiges Forum für Klimadebatten der Bürger auf nationaler Ebene etablieren. Da es unter den Regierungsaufgaben steht und auch das Budget eingeplant ist, dürfte der Start selbst unabhängig von der Behandlung der Novelle erfolgen. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet daher eher die Betriebskonzeption als der Gesetzestext.
Im Februar beginnt das Verfahren der Zusammenstellung, von da an werden die Menschen innerhalb festgelegter Regeln ausgewählt. Da der Zugang zur Themensammlung über Bürgervorschläge und eine Online-Meinungssammlung offensteht, ist es besser, das im eigenen Viertel Erlebte in Sätzen festzuhalten, sei es zu Strompreisen oder zum Umgang mit Hitzewellen. Auch wenn man nicht unter die 200 kommt, können diese Sätze auf den Beratungstisch gelangen. Der runde Tisch im Sitzungssaal steht per Livestream offen, und je mehr Augen zusehen, desto größer wird auch der runde Tisch.
