
Die koreanische Denkmalbehörde (국가유산청) hat eine Ausschreibung für einen Forschungsauftrag zum Thema "Vergleichende Untersuchung des Standes der Weitergabe des immateriellen Erbes in Korea und China und Aufbau einer Grundlage für die Nutzung" veröffentlicht. Die über die Vergabeplattform Nara Jangteo der Beschaffungsbehörde verbreitete Ausschreibung wurde am 16. des vergangenen Monats bekannt, das Vergabeverfahren wird noch in diesem Monat mit der Bewertung der Angebote, der Öffnung der Gebote und dem Vertragsabschluss beendet. Die Laufzeit der Studie beträgt zehn Monate. Kern des Auftrags ist es, den Stand der Weitergabe jenes immateriellen Erbes, das als Gegenstand der sogenannten "Kulturoffensive" genannt wird, in Korea und China nach denselben Maßstäben zu betrachten und Grunddaten zu erstellen.
Nach der Leistungsbeschreibung sollen die Forscher unter anderem durch Erhebungen vor Ort den Stand der Weitergabe in China erfassen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Weitergabeprozessen beider Länder analysieren. Am Ende soll die Klärung von Ursprung und kultureller Identität stehen. Die Denkmalbehörde teilte mit, sie werde ein Prüfverfahren einschließlich der Beratung durch Fachleute durchlaufen, damit die Daten nicht zu einer Seite hin ausschlagen. Als zu behandelndes Erbe werden Hanbok, das Yut-Spiel und Feiertage genannt, eine festgelegte Liste steht vor der Veröffentlichung.
Der Begriff "Kulturoffensive" wird für Behauptungen verwendet, eine bestimmte Kultur sei der Ursprung einer anderen, oder für Versuche, die traditionelle Kultur eines anderen Landes als eigene zu verzerren und einzuverleiben. Als typische Beispiele werden die Behauptung genannt, Hanbok sei "Hanfu", oder die Bezeichnung von Kimchi als "Paocai". Bei der parlamentarischen Kontrolle durch den Ausschuss für Kultur, Sport und Tourismus der Nationalversammlung im Oktober 2024 wurden Unterlagen veröffentlicht, wonach 101 koreanische immaterielle Kulturgüter, darunter Arirang und Pansori, als immaterielles Erbe Chinas ausgewiesen sind. Dazu wurde die Aufschlüsselung vorgelegt, dass davon 20 auf staatlicher und 81 auf Provinzebene geführt werden.
Die einzelnen Einträge der Liste sind nicht abstrakt. Ein solches Beispiel ist, dass die Provinz Jilin Dolsot-Bibimbap unter dem Namen "Kochtechnik des Dolsot-Bibimbap der Joseonjok" in das immaterielle Erbe auf Provinzebene aufgenommen hat, was erst spät bekannt wurde und für Streit sorgte. Das Geräusch, das der gusseiserne Topf beim Erhitzen macht, der Geruch der am Boden ansetzenden Reiskörner, bis hin zum Moment, in dem sich das Sesamöl ausbreitet, all das ist Inhalt der Kochtechnik. Diese Sinneseindrücke verschwinden nicht, in welchem Verzeichnis sie auch stehen, aber das Verzeichnis ändert, wer sie verwaltet.
Hier gibt es einen Punkt, an dem sich die Dinge trennen. Der Eintrag eines Namens in ein Verzeichnis gehört in den Bereich der Verwaltung, die Weitergabe gehört zur Zeit der Menschen. Wenn das Zweite dünner wird, während über das Erste gestritten wird, bleiben am Ende nur zwei Aktenordner. Dass die Denkmalbehörde bei dieser Studie den "Stand der Weitergabe" voranstellt, lässt sich als eine Anlage lesen, die sich dieses Unterschieds bewusst ist.

Auch die Spannung zwischen Bewahrung und Nutzung lässt sich nicht beiseiteschieben. Am 15. dieses Monats erschien ein Bericht, wonach die chinesischen Xixia-Gräber nach der Aufnahme in die Welterbeliste durch technik- und erlebnisorientierte Ausstellungsformen neu ins Licht gerückt werden. Je feiner die Art wird, ein Erbe zu zeigen, desto weiter verbreitet sich auch das Narrativ dieses Erbes.
Im Inland verhält es sich nicht anders, so wurden für das Jahr 2025 insgesamt 17.814.848 Besucher der Paläste Gyeongbokgung, Changdeokgung, Changgyeonggung und Deoksugung sowie des Jongmyo-Schreins und der Königsgräber der Joseon-Dynastie gezählt. Zum ersten Mal wurde die Marke von 17 Millionen überschritten, es ist der höchste Wert überhaupt.
Die Zahl der Besucher bedeutet nicht schon die Dichte der Weitergabe. Die Schritte von 17 Millionen Menschen, die über die Höfe der Paläste gehen, und die Zeit eines Trägers der Tradition, der ein Jahr am Webstuhl sitzt, verlaufen in verschiedenen Einheiten. Die Nutzung ernährt bisweilen die Bewahrung, und die Ausstellung präpariert bisweilen die Fertigkeit. Wenn diese Studie neben dem Stand auf chinesischer Seite auch die Dichte der Weitergabe auf unserer Seite ausleuchtet, kann das Ergebnis der zehn Monate über ein Material zur Erwiderung hinaus als Prüfliste dienen.
Die vergleichende Untersuchung beginnt damit, das Verzeichnis der Gegenseite zu prüfen, die Antwort aber kommt aus den Werkstätten auf unserer Seite. Stärker als ein Dokument, das den Ursprung belegt, wiegt die Tatsache, dass diese Fertigkeit auch heute von Hand zu Hand weitergereicht wird. Kommt der Vertrag noch in diesem Monat zustande, zeigt sich das Ergebnis zehn Monate später. Dann sollte man weniger die Zahl der Einträge im chinesischen Verzeichnis zählen, als prüfen, um wie viele Zeilen sich in diesen zehn Monaten die Liste unserer Träger der Tradition gefüllt hat.
