
Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) hat dem UNESCO-Welterbekomitee am 5. dieses Monats die erweiterte Eintragung des „Koreanischen Watts“ empfohlen. Betroffen sind vier Wattgebiete, Seosan in Chungcheongnam-do sowie Yeosu, Goheung und Muan in Jeollanam-do. Die Union kam bei der Prüfung zu dem Ergebnis, dass diese Wattgebiete die in den Richtlinien für die Durchführung des Welterbeübereinkommens festgelegten Kriterien für das Erbe sowie die Anforderungen an Unversehrtheit, Schutz und Verwaltung sämtlich erfüllen. Die endgültige Entscheidung liegt bei der 48. Sitzung des Welterbekomitees, die im Juli in Busan stattfindet.
2021 setzte das Komitee die Wattgebiete von Seocheon, Gochang, Sinan und Boseong-Suncheon auf die Liste des Weltnaturerbes und hinterließ dabei die Empfehlung, die Wattflächen im Nordwesten einschließlich der Garolim-Bucht mit aufzunehmen. Die Freude über die Eintragung und die Hausaufgabe standen damit im selben Satz. Die Stadt Seosan reichte im September 2024 den Antrag auf Eintragung des Seosan-Watts in der Garolim-Bucht ein, und das Prüfteam der Union bereiste im September 2025 nacheinander Seosan, Muan, Yeosu und Goheung. Die Vor-Ort-Prüfung im Gebiet der Garolim-Bucht fand am 30. September jenes Jahres statt.
Es handelt sich um eine „erhebliche Änderung der Grenzen“, bei der die Grenzen einer bereits eingetragenen Stätte weiträumig neu gezogen werden, und Korea geht diesen Weg zum ersten Mal. Es muss eine Prüfung von derselben Härte wie bei einer Neueintragung bestanden werden, und die gesamte Nacharbeit der fünf Jahre wird erneut zum Gegenstand der Prüfung. Die Union befand, dass die „2. Phase des Koreanischen Watts“ das Eintragungskriterium Nr. 10 erfüllt, das bedeutende natürliche Lebensräume für die Erhaltung der biologischen Vielfalt bestimmt.
Unter und über der Oberfläche des Watts leben rund 2.400 Arten. Für die Vögel, die auf dem ostasiatisch-australasiatischen Zugweg unterwegs sind, ist dieser Ort eine Zwischenstation, an der sie sich den Bauch füllen, bevor sie mehrere tausend Kilometer ohne Pause fliegen. In der Garolim-Bucht leben geschützte Meeresorganismen wie die Fleckenrobbe, die Weißfuß-Winkerkrabbe und das Seegras zusammen mit Naturdenkmälern und vom Aussterben bedrohten Arten aufeinander angewiesen.
Auch der Weg, den die Garolim-Bucht zurückgelegt hat, ist nicht kurz. 2016 wurde sie als landesweit erstes und größtes Schutzgebiet für Meereslebewesen ausgewiesen, im Dezember 2025 wurde sie der erste staatliche Meeresökologiepark. Während die Namensschilder des Schutzes eines nach dem anderen mehr wurden, wurde auch der Alltag der Menschen, die dieses Meer als Lebensraum nutzen, mit angepasst.
Wird die Eintragung beschlossen, prüft das Komitee jedes Jahr den Zustand der Verwaltung und sieht nach, ob der Status als Naturerbe erhalten bleibt. Die Grenzlinie zwischen Erhaltung und Nutzung wird von da an jedes Jahr neu gezogen. Kommt die Erweiterung zustande, wird das „Koreanische Watt“ in sechs Gebiete neu gegliedert, Boseong-Suncheon-Yeosu-Goheung, Sinan-Muan Tando-Bucht, Muan Hamhae-Bucht, Gochang, Seocheon und Seosan.
Auch die Sitzung selbst ist für Korea das erste Mal. 38 Jahre nach dem Beitritt zum Welterbeübereinkommen 1988 wird nun das Komitee ausgerichtet, und die Sitzung in Busan dauert vom 19. Juli an elf Tage. An welchem der elf Tage die Prüfung des Koreanischen Watts behandelt wird, steht noch nicht fest. In derselben Sitzungsperiode läuft auch das Folgeverfahren für das „Erbe Busans als Zufluchtshauptstadt während des Koreakriegs“.
Auch während man auf die Entscheidung wartet, öffnet und schließt sich das Watt zweimal am Tag. In die Priele der Garolim-Bucht in Seosan kann man passend zur Zeit des ablaufenden Wassers hineingehen. Es ist gut, die Gezeitentabelle zu prüfen und ein paar Stunden um die Ebbe herum zu wählen.
