
Zwischen zwei Bäumen hängt eine Netzhängematte. Dahinter versperrt ein grünes Sonnenschutznetz breit den Blick, und über diesem Grün hängen die grauen Maschen dicht herab. Das Seil, das die Hängematte hält, ist von der Sonne ausgeblichen und zu einer gelben Schnur geworden, und zwei Querhölzer halten das Netz oben und unten straff gespannt.
Die Rinde des linken Baums steht rau ab, als könnte ein Fingernagel daran hängen bleiben. Auf dem Boden liegt flach trockenes Gras, und in der unteren rechten Ecke sind ein paar kleine Blätter grün aufgeschossen. Der Mittag neigt sich ein wenig, Schatten und Sonne sitzen je zur Hälfte auf dem Netz.
Die Mitte des Netzes ist in der Form eines Menschen eingesunken. Niemand hat darin gelegen, geblieben ist nur der Abdruck. Wenn man dieser Kurve langsam mit den Augen folgt, löst sich der Blick von selbst, und die Schultern sinken etwa eine Handbreit herab.
Die Fußsohlen drücken weniger auf den Boden. Auch die Spannung im Kiefer lässt unmerklich nach.
Am Tag die Augen zu schließen zieht seltsamerweise Ausreden nach sich. Der Gedanke, faul zu wirken, bleibt länger wach als der Körper. Weil es keine rechte Stelle gibt, bei der man um Erlaubnis zum Ausruhen bitten könnte, bleibt man meist einfach sitzen und hält durch.
Man lehnt den Rücken an den Stuhl und schließt die Augenlider. Einschlafen muss man nicht. Wenn man fünfzehn Minuten stellt, aber schon nach drei Minuten aufhören darf, wehren sich die Augenlider weniger.
Die Hände legt man einfach auf die Knie. Es wäre gut, die dunkler werdende Zeit einmal am Tag frei zu lassen.
Dasselbe Augenschließen lässt sich an das Ende des Abendabwaschs verlegen. Man legt die abgeschüttelten Hände auf den Rand der Spüle und schließt im Stehen nur die Augen. Zu beobachten reicht dann ein einziger Finger.
Ob sich die Fingerspitze bei geschlossenen Augen von selbst krümmt oder streckt, nur diese Bewegung stellt man still fest. Ein paar Tage lang ist keine Veränderung zu fassen, und auch die Tatsache, dass nichts zu fassen war, lässt man so stehen.
Das Netz ist auch heute leer, und zwischen Masche und Masche sickert die Nachmittagssonne nach und nach hinunter ins Gras.
