
Zwei orangefarbene Vorhangbahnen teilen sich nach beiden Seiten und geben ein schmales Fenster frei. Der grob gewebte Stoff lässt das Licht halb hindurch, sodass ein blasses Aprikot bis zur Wand im Inneren des Raums verläuft. Draußen vor dem Fenster ist es so hell, dass alles weiß überstrahlt und die Formen verschwinden.
Oben rechts kommt ein hölzerner Dachsparren schräg herunter, und auf den Dielen unter der Fensterbank liegt ein Stück Sonnenlicht lang ausgestreckt. Der untere Saum des Vorhangs bekommt weniger Licht ab und ist ins Ziegelrot abgesunken.
Wer an einem solchen Fenster steht, bei dem löst sich der Blick von selbst. Das kommt daher, dass es nichts in der Ferne zu sehen gibt. Die Schultern sinken eine Handbreit von den Ohren herab, und die bloßen Fußsohlen lesen die kühle Maserung der Dielen eine nach der anderen.
Die Hände finden nichts zu tun und hängen seitlich herunter. Dass der Atem beim Einziehen länger geworden ist als sonst, bemerkt man erst viel später.
Das Gefühl, nicht eilen zu müssen, kehrt für einen Moment im Körper ein und geht wieder.
Man schiebt den Fensterrahmen auf und macht einen Spalt von zwei Fingerbreit. Wenn die Luft von draußen dünn wie ein Faden hereinkommt, lässt sich entlang dieser Bahn dreimal einatmen und ausatmen. Während man zählt, kann man mit den Augen verfolgen, wie sich der Vorhangzipfel ein wenig bauscht und wieder senkt.
Man muss sich nicht bemühen, gut zu atmen, es genügt, bis drei zu zählen, ohne das Ende zu verwischen. Es dauert keine drei Minuten.
Dieselben drei Atemzüge lassen sich auch mitten beim Abwasch einschieben. Man spült ein Gefäß ab, dreht den Hahn zu und zählt die Atemzüge, während die Nässe am Handgelenk abkühlt. Dabei achtet man auf die Spannung im Kiefer.
Ob die Backenzähne aneinanderliegen, ob die Zunge gegen den Gaumen gedrückt ist. Was sich verändern wird, ist schwer zu sagen, und es genügt, zu beobachten, ob sich etwas verändert.
Der Vorhang ist weiterhin orange, und das Licht wird bald durch den Raum wandern und zur gegenüberliegenden Wand ziehen.
