
Es gibt Menschen, die die Krankenhauskosten ihrer Eltern tragen und zugleich die Studiengebühren ihrer Kinder aufbringen. Ein Gesetz, das sie als Zielgruppe der Politik benennt, gibt es derzeit nicht. Das Fachgespräch, das am 29. Juni im 4. Besprechungsraum des Abgeordnetengebäudes der Nationalversammlung stattfand, war der Ausgangspunkt der Debatte über ein Rahmengesetz zum mittleren Lebensalter (중장년기본법), das diese Leerstelle füllen soll. An dem Gespräch, das vom Büro des Abgeordneten Park Ju-min von der Demokratischen Partei ausgerichtet wurde, nahmen Vertreter des Ausschusses für niedrige Geburtenrate und alternde Gesellschaft, der Provinz Gyeonggi, des Ministeriums für Gesundheit und Wohlfahrt, des Ministeriums für Beschäftigung und Arbeit, der Stiftung für Arbeitsbeziehungen und Entwicklung (노사발전재단) und des Verbands der 50-Plus-Zentren der Stadt Seoul teil.
Ordnet man die geltenden Gesetze nach Alter, fällt eine Leerstelle auf. Das Kinderwohlfahrtsgesetz behandelt Personen unter 18 Jahren, das Jugendrahmengesetz Personen von 9 bis 24 Jahren, das Rahmengesetz für junge Erwachsene Personen von 19 bis 34 Jahren. Und das Altenwohlfahrtsgesetz nimmt Personen ab 65 Jahren auf. Ein Rahmengesetz, das sich unmittelbar auf das Leben der 35- bis 64-Jährigen richtet, besteht nicht.
Im Bereich der Beschäftigung tragen diese Menschen einen anderen Namen. Das Gesetz über das Verbot der Altersdiskriminierung in der Beschäftigung und die Förderung der Beschäftigung älterer Menschen bestimmt Personen ab 55 Jahren als ältere Beschäftigte und Personen ab 50 bis unter 55 Jahren als Quasi-Ältere. Das heißt, wer mit 49 Jahren seinen Hauptarbeitsplatz verlässt, wird im Jahr darauf auf dem Papier zum „Quasi-Älteren“.
Die Größenordnung ist nicht gering. Im Jahr 2024 umfasste die Bevölkerung im Alter von 40-64 Jahren 20.031.000 Personen, das sind 40,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das bedeutet, dass vier von zehn Menschen in diese Spanne fallen. Dennoch ist nie ein Gesetz entstanden, das diese Bevölkerung zu einer politischen Einheit zusammengefasst hätte.
In der Zusatzerhebung zur älteren Bevölkerung im Rahmen der Erwerbstätigenerhebung wurde das durchschnittliche Alter beim Ausscheiden aus dem Beruf mit 49,4 Jahren ermittelt. Die gesetzliche Altersgrenze liegt bei 60 Jahren, der tatsächliche Austritt erfolgt jedoch rund zehn Jahre früher. Nach dem Ausscheiden entsteht bis zum Einsetzen der staatlichen Rente eine Einkommenslücke von mehr als zehn Jahren. Auch in dieser Zeit bestehen die Belastungen durch die Pflegekosten der Eltern und die Ausbildungskosten der Kinder weiter.
Auch wer wieder Arbeit findet, gewinnt die früheren Bedingungen nicht zurück. Der Anteil derjenigen, deren Lohn nach einem Stellenwechsel sank, liegt bei den 50-Jährigen bei 40,8 Prozent und bei den 60-Jährigen bei 44,6 Prozent und übersteigt damit den Durchschnitt aller Altersgruppen von 36,4 Prozent. Das heißt, in fast der Hälfte der Fälle ist der Lohn an dem Arbeitsplatz, an den man nach einer Zeit ohne Einkommen zurückkehrt, niedriger als zuvor. Bestehende Instrumente wie Arbeitslosengeld und staatliche Rente decken einen Teil des Einkommens ab, doch Schulungen für einen Berufswechsel und Hilfen zur Wiederbelebung abgerissener Netzwerke sind nicht ebenso dicht geknüpft.
Der in Vorbereitung befindliche Gesetzentwurf setzt die Spanne des mittleren Lebensalters bei 40 bis unter 65 Jahren an. Staat und Kommunen sollen alle fünf Jahre einen Rahmenplan für die Politik zum mittleren Lebensalter aufstellen und alle drei Jahre Beschäftigung, Wohnen, Gesundheit, Finanzlage und digitale Kompetenzen erheben. Als ausführende Einrichtungen wurden ein dem Ministerpräsidenten zugeordneter Koordinierungsausschuss für die Politik zum mittleren Lebensalter (중장년정책조정위원회) und ein dem Minister für Gesundheit und Wohlfahrt unterstelltes Koreanisches Institut für Zukunftsplanung im mittleren Lebensalter (한국중장년미래설계원) vorgeschlagen. Enthalten sind die Unterstützung bei der Planung des Lebensübergangs, Beschäftigungssicherheit, ein für das mittlere Lebensalter freundliches Arbeitsumfeld, der Schutz von Rechten und Interessen und die Verbesserung des Bewusstseins, digitale Kompetenzen, Gesundheitsförderung und psychologische Unterstützung und die Teilhabe am Gemeinwesen.
Die Bestandsaufnahme alle drei Jahre hat für sich genommen Bedeutung. Wie viele Menschen die Versorgung der Eltern und die Erziehung der Kinder zugleich schultern, kann der Staat derzeit nicht einmal beantworten. Einer nicht gezählten Bevölkerung wird kein Budget zugewiesen, und ein Plan ohne Budget wird alle fünf Jahre nur als Dokument erneuert. Ob das Gesetz zu einer leeren Hülle wird oder nicht, hängt davon ab, wie dicht die Erhebung angelegt wird.
Der Zeitpunkt der Einbringung des Entwurfs und seine Bestimmungen stehen noch nicht fest. Wie weit diese Debatte reicht, wird sich daran zeigen, was die hier beteiligten Ministerien im nächsten Schritt vorlegen. Eine sichere Veränderung ist eingetreten. Regierungsministerien, Kommunen und Verbände der Betroffenen saßen im Gesprächssaal zur selben Zeit zusammen und begannen, das Leben im mittleren Lebensalter als einen politischen Gegenstand zu benennen.
