
Die Stadt Seoul teilte am 26. Juni mit, dass sie Kim Yun-seon neu als Trägerin des immateriellen Kulturerbes der Stadt Seoul "Saeksil-nubijang" und Shin Seon-i als Lehrmeisterin für "Ipsajang" anerkannt hat. Saeksil-nubijang wurde 2024 als Kategorie ausgewiesen und hat nun erstmals eine Trägerin.
Im System der Stadt Seoul bezeichnet die Trägerin eine Person, die die Fertigkeit des jeweiligen Bereichs vollständig nach der überlieferten Form erlernt hat und ausüben kann. Die Lehrmeisterin ist die Trägerin der Weitergabe, die die Technik über den Unterricht an die nächste Generation weiterreicht.
Saeksil-nubi ist eine Steppttechnik, bei der zwischen zwei Stofflagen eine gedrehte Hanji-Schnur eingelegt und mit farbigem Garn dicht durchgesteppt wird, um plastische Muster und eine dekorative Wirkung zu erzielen. In der späten Joseon-Zeit wurde sie vor allem für Gebrauchsgegenstände wie Tabakbeutel, Brillenetuis, Fingerhüte und Täschchen verwendet. Es sind Gegenstände in der Größe einer Handfläche.
Die Trägerin Kim Yun-seon hat diese Technik mehr als 40 Jahre lang rekonstruiert und sich angeeignet. Schon zu einer Zeit, als in der Fachwelt nicht einmal die offizielle Bezeichnung Saeksil-nubi festgelegt war, suchte sie Museumsobjekte und Antiquitätenläden auf und ging den Nadelstichen nach. Den Anfang machte 1980 die Begegnung mit einem Tabakbeutel aus dem Nachlass ihres Großvaters.
Aus ihren Händen kamen Rekonstruktionen, die alte Gegenstände wie Brillenetuis und Nadeletuis wieder aufleben lassen, und eigene Arbeiten, die wie Ohrtäschchen oder "Honseon" mit heutigem Gespür neu gestaltet sind. Zwölfmal wurde sie beim Wettbewerb für überliefertes Kunsthandwerk ausgezeichnet. Dazu kamen ein populärwissenschaftliches Buch, eine Lehrtätigkeit an der Korean Traditional Arts and Architecture School und die Ausbildung von Schülerinnen in ihrer Werkstatt in Bukchon.

Ipsa ist eine Metallhandwerkstechnik, bei der in die Metalloberfläche Rillen eingearbeitet und darin Gold- und Silberdraht präzise eingelegt werden, um sie zu verzieren. Sie wurde vor allem bei wertvollen Gegenständen wie Kerzenleuchtern, Tabakdosen, Räuchergefäßen und Kohlebecken verwendet. Die Muster entstehen nur, indem sie Stich für Stich mit dem Meißel eingeklopft werden. Weil sie feines Handwerk erfordert, die Arbeit lange dauert und die Kosten hoch sind, ist die Grundlage für die Weitergabe dieser Kategorie derzeit geschrumpft.
Die Lehrmeisterin Shin Seon-i ist die Meisterschülerin von Choi Gyo-jun, dem Träger des immateriellen Kulturerbes der Stadt Seoul für Ipsajang. Sie begann 2009, wurde 2015 zur Absolventin der Ausbildung und wurde in diesem Jahr als Lehrmeisterin anerkannt. In dieser Zeit wirkte sie im Projekt zur Nachbildung des Inventars von Palastgebäuden an der Restaurierung einer Nachbildung eines eisernen Kerzenleuchters mit Silbereinlage mit, und beim Craft Prize der Loewe Foundation kam sie mit einer Arbeit in Silbereinlage unter die letzten 30.
Die Originale der von ihr wiederbelebten Objekte befinden sich derzeit nicht in Korea. Der "eiserne Kerzenleuchter mit Silbereinlage und vergoldeter Lotusknospen- und Phönixverzierung" befindet sich im russischen Museum für Anthropologie und Ethnographie Peter des Großen, das "sechseckige Wasserbecken mit Silbereinlage" im Leipziger Grassi-Museum für Völkerkunde in Deutschland. Bestände im Ausland wurden hier von Hand neu geschaffen.
Die Forderung, die überlieferte Form vollständig zu erlernen, und die Wirklichkeit, dass nur überlebt, was heute einen Nutzen findet, stoßen auf der Werkbank eines einzelnen Menschen aufeinander. Dass Kim Yun-seons eigene Arbeiten und ihre Rekonstruktionen gemeinsam ausgestellt werden und dass Shin Seon-i zwischen Nachbildung und eigener Gestaltung wechselt, ist das Ergebnis davon, dieser Spannung nicht ausgewichen zu sein. Heo Hye-gyeong, Leiterin des Referats für Kulturerbeerhaltung der Stadt Seoul, würdigte die beiden als Handwerkerinnen, die die Schönheit des traditionellen Kunsthandwerks und die kulturelle Identität bewahrt haben, und sagte, man werde dafür sorgen, dass die Weitergabe stabil fortgeführt wird.
Die Förderung nach der Anerkennung ist noch nicht festgelegt. Doch was das System auch bereitstellt, dass farbiges Garn sich in den Stoff gräbt und Silberdraht sich in das Eisen legt, hängt am Ende an den beiden Menschen vor der Werkbank.
