
Das Nationalmuseum von Korea hat am 4. im Saal für Kalligrafie und Malerei der Dauerausstellung die Themenausstellung „Danwon Kim Hong-do, die Zeit malen“ eröffnet. Im Saal für Kalligrafie und Malerei werden sämtliche Exponate alle drei Monate ausgetauscht, und als Gesicht dieses Wechsels hängt nun Kim Hong-do (1745 bis nach 1806). Gezeigt werden insgesamt 96 Werke in 50 Posten, acht davon sind Schätze. Es ist die zweite Themenausstellung nach dem Durchgang, der dem Werk von Gyeomjae Jeong Seon gewidmet war.
Papier schluckt Licht, wenn es lange lagert. Deshalb ist die Beleuchtung im Saal für Kalligrafie und Malerei niedrig, und die Besucher erkennen die Abstufungen der Tusche und das blasse Aprikosenrot der leichten Farbe erst, wenn sie durch den dunklen Gang gegangen sind und vor dem Glas stehen. Kim Hong-dos Bilder klingen in dieser Dunkelheit eher noch. Das Gemurmel des Ringkampfplatzes, der Takt des tanzenden Knaben, das Klirren der Becher, die an der Festtafel am Manwoltae gereicht worden sein mögen, dringen aus dem Bild heraus.
Der zweite Malereisaal ist das Zentrum dieser Ausstellung. Vom Schatz „Danwon-Genrealbum“ sind von insgesamt 25 Blättern nur 11 zu sehen, darunter „Der tanzende Knabe“ und „Ringkampf“. Der Rest wird wegen der Lebensdauer des Papiers geschont, so drängen Zeigen und Bewahren einander auch innerhalb eines Albums immer wieder weg. Die Beschränkung auf elf Blätter ist das Ergebnis dieses Hin und Her.
Länger bleibt der Blick jedoch am Pinsel des Sechzigjährigen. „Girosaryeongyedo“ zeigt eine Versammlung von Ältesten, die am Manwoltae in Gaeseong stattfand. Vierundsechzig alte Männer sitzen an der Festtafel, daneben sind zweihundertsiebenunddreißig Bedienstete und Schaulustige zu zählen. Dass das Bild trotz so vieler Figuren nicht unruhig wirkt, dürfte daran liegen, dass ein Auge, das ein Leben lang auf die Marktgassen geschaut hat, mit Menschenmengen umzugehen wusste.
„Nomaedo“, im selben Alter von sechzig gemalt, ist ebenfalls aus Privatbesitz zu sehen. Es zeigt den gekrümmten Stamm eines alten Pflaumenbaums. „Chongseokjeongdo“, mit einundfünfzig gemalt, stellt die Steinsäulen des Ostmeers ins Bild und gilt als Werk, das bislang nie in einer Ausstellung zu sehen war. Das schmale Namensschild des Genremalers wird an dieser Stelle locker.
Der erste Malereisaal wendet den Blick zum Lehrer. Er beleuchtet den Austausch mit Kang Se-hwang (1713-1791) und zeigt Kim Hong-dos „Seowonajipdo“, auf dem die Betrachtung des Lehrers mit auf dem Bild steht. Dass die Schrift des Lehrers auf das Bild des Schülers gelegt wird, war eine alte Gewohnheit, mit der die Malerwelt der Joseon-Zeit die Generationen aneinanderfügte. Auch die Bandbreite Kim Hong-dos, der als Maler der königlichen Malakademie Dohwaseo Landschaften, Blumen und Vögel sowie Figuren malte, lässt sich in diesem Raum erahnen.
Im dritten Malereisaal stehen farbige höfische Dekorationsmalerei und Volksmalerei. Zu sehen sind den Angaben zufolge die Wandbilder der Gyotaejeon-Halle im Gyeongbokgung (Ende des 19. Jahrhunderts), alle drei Blätter des „Pyeongyang-Gamsa-Bankettbildes“ im Stil Kim Hong-dos und das vom verstorbenen Vorstandsvorsitzenden Lee Kun-hee gestiftete „Munbangdo“. Im Kalligrafiesaal sind Schriften berühmter Meister von der frühen Joseon-Zeit bis in die Neuzeit nacheinander zu sehen. Wenn die Malerei einen Klang gibt, dann zeigt die Kalligrafie den Atem.
In diesem Durchgang wird noch ein weiteres Stück erstmals gezeigt. Es ist ein eigenhändiger Brief von Yi Sun-sin. Er ging am 8. Juli 1598 an den für die Versorgung mit Gütern zuständigen Chonggwansa, und das Museum erklärte, die Schrift sei vier Monate vor der Seeschlacht von Noryang entstanden. Neben dem Raum, der die späten Jahre eines Malers versammelt, sind damit die späten Jahre eines weiteren Menschen auf Papier erhalten.
Die Exponate im Saal für Kalligrafie und Malerei wechseln nach drei Monaten erneut. Auch die elf jetzt hängenden Genrebilder und die Bilder aus dem Alter von sechzig stehen in diesem Turnus. Museumsdirektor Yoo Hong-june hält am 2. Juni im Museumstheater „Yong“ einen Vortrag zum Thema „Leben und Kunst des Danwon Kim Hong-do“. Die zweihundert Menschen am Manwoltae nachzuzählen ist nur dem erlaubt, der lange vor dem Bild steht, deshalb bringt man besser Zeit mit, in der man nicht eilen muss.
