
Mitten in den Wolken öffnet sich eine Lücke, und die Sonne steht tief. Zwei Bäume, die alle Blätter abgeworfen haben, stehen als schwarze Linien da, und zwischen ihnen sind auf dem Hügel zwei Bänke leer. Der Himmel geht von Orange in Ocker über und wird nahe dem Horizont wieder rot.
Wer in diesem Licht steht, dem wird nur die linke Gesichtshälfte warm. Der Nacken bleibt kühl, über den Wangenknochen liegt eine dünne Schicht Wärme. Die Schultern sinken ein wenig, und der Weg, auf dem der Atem hereinkommt, wird um eine halbe Handspanne weiter.
Was sich im Inneren regt, während man die Wintersonne aufnimmt, ist das Gefühl, dass die Eile aufhört. Der Eindruck, vor Sonnenuntergang noch etwas fertig machen zu müssen, verliert für einen Moment an Kraft.
Stellen wir uns etwa fünf Minuten lang einfach dorthin, wo die Sonne hinfällt, ans Fenster oder ans Ende der Gasse. Wie wäre es, den Handrücken zu öffnen, ihn dem Licht zuzuwenden und die Reihenfolge zu zählen, in der es warm wird. Handrücken, Handgelenk, Innenseite des Unterarms.
Dieselben fünf Minuten öffnen sich auch vor dem abendlichen Abwasch. Während warmes Wasser auf das Geschirr trifft, kann man ruhig beobachten, wie stark die beiden Füße auf den Boden drücken. Man nimmt nur wahr, welcher Fuß stärker gedrückt wird, der linke oder der rechte, und wohin der Druck zwischen Ferse und Fußballen wandert. Wenn das Wasser verstummt, stehen die Zehen manchmal ein wenig auseinander.
Die Bänke sind leer, und die Sonne hängt unverändert da.
