
Das Amt für Nationales Erbe (국가유산청) kündigte am 8. April 2026 an, Han Ki-deok (52) als Träger des nationalen immateriellen Erbes Hwagakjang (華角匠) anzuerkennen. Am selben Tag teilte es mit, Seung Kyung-ran (65) als Trägerin des Ipsajang (入絲匠) anerkannt zu haben. Es handelt sich um die Fertigkeit, Holzmöbel mit dünn gepressten, durchscheinenden Platten aus Rinderhorn zu schmücken, die farbig hinterlegt werden, und um die Fertigkeit, Muster in Metalloberflächen zu schneiden und in diese Rillen Gold- und Silberfäden einzulegen.
Beim Hwagak wird das Horn des Rindes gekocht, gepresst und papierdünn geschnitten, danach werden auf der Rückseite Pigmente aufgetragen. Von vorn betrachtet steigt die Farbe gedämpft durch die halbdurchsichtige Struktur des Horns auf. Weil das Material schwer zu beschaffen und das Verfahren aufwendig ist, wurde es seit jeher nur für kostbare Gegenstände verwendet.
Han Ki-deok ist der Sohn des verstorbenen Han Chun-seop, der Träger des Hwagakjang der Provinz Gyeonggi war. Seit seiner Mittelschulzeit half er bei der Arbeit seines Vaters und lernte den Umgang mit dem Horn, 2002 wurde er anerkannter Absolvent der Provinz Gyeonggi, 2005 Ausbildungsmeister für Überlieferung der Provinz Gyeonggi. Das Amt für Nationales Erbe erklärte, er habe dazu beigetragen, die für die Hwagak-Herstellung nötigen überlieferten Techniken und Werkzeuge weiterzugeben und wiederzubeleben. 2023 wurde er bei der von einer Kulturstiftung und einer Modemarke gemeinsam veranstalteten Ausstellung "Ubomanri: Ein langer Gang zum reinen Weiß" zum Handwerker des Jahres gewählt.
Ipsa ist eine Technik, die über ihren Klang in Erinnerung bleibt. Mit dem Meißel wird die Metalloberfläche dicht an dicht aufgeraut, darauf wird ein feiner Silberfaden gelegt und eingehämmert. Der Klang von Metall auf Metall muss sich tausendfach wiederholen, bis ein einziges Muster fertig ist.
Seung Kyung-ran kam über ihre Verbindung zu Hong Jeong-sil, der Trägerin des Ipsajang, zur Ausbildung. 1997 wurde sie anerkannte Absolventin, 2005 stieg sie zur Ausbildungsmeisterin für Überlieferung auf. Das Amt für Nationales Erbe kündigte im vergangenen Februar nach einer Anerkennungsprüfung, in der handwerkliches Können und die Bemühungen um die Weitergabe geprüft werden, die Anerkennung als Trägerin an und bestätigte sie nun durch die abschließende Beratung des Ausschusses für immaterielles Erbe.
Am selben Tag kam auch die angekündigte Anerkennung von Hwang Eul-sun (91), Trägerin des Gungjungchaehwa (宮中綵花), als Ehrenträgerin hinzu. Es ist die Technik, Blumen für höfische Festlichkeiten und Zeremonien aus Pflanzen, Blütenstaub und Bienenwachs zu formen. Hwang wurde 2013 als Trägerin anerkannt, ihre Verdienste um die Ausbildung wurden gewürdigt, ihr Sohn Choi Sung-woo (66) trat im vergangenen Jahr als Träger desselben Fachs die Nachfolge an.

Auch in den Regionen ging Ähnliches vor sich. Der Landkreis Jangsu in Nord-Jeolla teilte am 8. April mit, dass der Handwerker Ko Tae-bong neu als Träger des immateriellen Erbes der Sonderselbstverwaltungsprovinz Nord-Jeolla "Jangsu-Nokbanseok-Tuschesteinmacher" anerkannt wurde. Dieses Fach wurde am 2. Mai 2025 als immaterielles Erbe der Provinz bekannt gemacht.
Auf Jeju erhielt am 7. April Song Hee-sun (86), die seit 74 Jahren Totenkleidung näht, die Anerkennungsurkunde als Trägerin des immateriellen Erbes der Provinz Jeju "Jeju Hosang-Kleidung". Beide Fälle betreffen immaterielles Erbe von Städten und Provinzen und liegen damit auf einer anderen Ebene der Ausweisung als die nationalen Fächer.
Eine Fertigkeit auszuweisen ist etwas anderes, als einen Gegenstand in eine Vitrine zu stellen. Die Temperatur, bei der das Horn gekocht wird, und die Kraft, mit der der Silberfaden geschlagen wird, lassen sich nicht in Dokumente übertragen. Sie gehen nur über, solange man neben einem Menschen steht und dessen Hände nachahmt.
Hier stoßen Bewahrung und Nutzung aufeinander. Eine Technik, die sich nicht verkauft, findet niemanden, der sie lernen will, und wo das Verfahren um des Verkaufs willen verkürzt wird, wird zuerst an der Fertigkeit abgetragen, die bewahrt werden soll.
Die Anerkennung des Hwagakjang und der Ehrenträgerin des Gungjungchaehwa wird bestätigt, nachdem in einer 30-tägigen Ankündigungsfrist Stellungnahmen aus allen Bereichen geprüft wurden und der Ausschuss für immaterielles Erbe abschließend beraten hat. Das Ende der Ankündigungsfrist für den Hwagakjang und der Termin der Beratung sind nicht bekannt. Ob Han und Hwang anerkannt werden, entscheidet sich erst nach dieser Beratung.
Unter Leuchtstoffröhren wirkt eine Hwagak-Schatulle wie eine gewöhnliche rote Holzkiste. Erst wenn man sie ans Fenster trägt, mit dem Rücken zum Licht kippt, erwacht die im Horn eingeschlossene Farbe. Im Nationalen Volkskundemuseum und in den Dauerausstellungen regionaler Handwerksmuseen sind Hwagak-Kästen und Weihrauchgefäße mit Silbereinlage zu sehen. Wer sich vor dem Glas ein wenig tiefer stellt und den Blickwinkel ändert, kann mit eigenen Augen sehen, was sich mit einer Zeile über eine angekündigte Ausweisung nicht übertragen lässt.
