
Die Provinz Chungcheongnam-do teilte am 10. Februar mit, dass sie die "Brauerei Sinam in Yesan" (예산 신암양조장) in der Gemeinde Sinam-myeon des Landkreises Yesan als eingetragenes Kulturerbe der Provinz eingetragen und bekannt gemacht hat. Es ist das achte eingetragene Kulturerbe der Provinz. Die in den 1930er Jahren errichtete neuzeitliche Braustätte hat die japanische Kolonialzeit, die Befreiung und die Industrialisierung durchlaufen und das Brauen von Alkohol dabei nie eingestellt. Im Winter vor den Neujahrsfeiertagen wurde ein Gebäude, in dem seit fast 90 Jahren gegärt wird, unter Schutz gestellt.
Als Gründe für die Eintragung wurden der Baustil der koreanisch-japanischen Mischbauweise in Holz und die Rolle genannt, die dieser Ort in der Regionalgeschichte gespielt hat, also sein historischer Wert. Hinzu kam der kulturgeschichtliche Wert, dass die überlieferte Brautechnik und die Produktionsräume verhältnismäßig vollständig erhalten sind und gemeinsam die neuzeitliche Spirituosenindustrie und die Alltagskultur zeigen. Das heißt, dass neben dem Gebäude auch die darin wiederholte Arbeit und die Handgriffe zur Grundlage der Eintragung wurden.
Im Inneren sind sieben Alkoholkrüge aus der Showa-Zeit (昭和) erhalten. Auch Teile des Gebäudegerüsts, die nachweislich in der japanischen Kolonialzeit verwendet wurden, sind unverändert. Die Firstinschrift, die den Umbau im Jahr 1958 festhält, liegt ebenfalls noch auf dem Hauptbalken und bezeugt so selbst, wann an diesem Haus einmal größere Arbeiten vorgenommen wurden. Holz, Lehm und Steinzeug, allein die Aufzählung der Materialien lässt den Geruch einer Werkstatt aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ungefähr entstehen.
Bis zur Eintragung vergingen fünf Jahre. Ausgangspunkt war das Förderprogramm der Provinz zur Eintragung von Kulturerbe im Jahr 2021, 2023 reichte der Landkreis Yesan den Antrag ein. Im Jahr 2024 untersuchte der Kulturerbeausschuss der Provinz Chungnam den Ort vor Ort und führte eine Vorprüfung durch, im selben Zeitraum wurde auch eine Grunduntersuchung zu den Brauereien in der Provinz vorgenommen. Die abschließende Beratung wurde im vergangenen Monat abgeschlossen.
Über das Alter dieser Brauerei gehen die Angaben auseinander. Die Angabe einer Errichtung in den 1930er Jahren und die Angabe einer Betriebsaufnahme im Jahr 1937 kursieren nebeneinander, dazu kommt die Rede von einer "hundertjährigen Tradition". Welchen Zeitpunkt man auch als Ausgangspunkt nimmt, im Jahr 2026 liegt das Alter zwischen 89 und 96 Jahren und erreicht die hundert Jahre noch nicht. Wie weit der Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes und der Zeitpunkt des Verkaufsbeginns auseinanderliegen, ist durch Aufzeichnungen nicht geklärt.
Neuzeitliche Industrieanlagen, die zum eingetragenen Kulturerbe werden, tragen immer dieselbe Sorge mit sich. Lässt man sie, wie sie sind, verfallen sie, repariert man sie, wird die ursprüngliche Gestalt getilgt. Bei der Brauerei Sinam kommt eine weitere Bedingung hinzu.
Sie ist eine laufende Fabrik, die den Sinam-Makgeolli herstellt, den die Menschen der Region bis heute trinken. Die Gärung verlangt Temperatur und Feuchtigkeit, die Bewahrung verlangt, nichts anzurühren.
Die Provinz Chungnam erklärte, sie werde eine systematische Bewahrung und Verwaltung vorantreiben, den Wert als neuzeitliches Industrieerbe erweitern und zugleich nach Wegen suchen, die Anlage als kulturelle Ressource der Region zu nutzen. Cho Il-gyo, Leiter des Amtes für Kultur, Sport und Tourismus der Provinz, bewertete diese Brauerei als Industrieerbe, das den Verlauf der neuzeitlichen Braukultur in Chungnam zeigt, und sprach von Bewahrung und Nutzung zugleich. Auch der Landkreis Yesan teilte mit, er werde diese Eintragung zum Anlass nehmen, weiterhin in der Region verborgenes Kulturerbe aufzuspüren. Welche Form diese Nutzung annehmen wird und welche Mittel dafür bereitgestellt werden, ist zu diesem Zeitpunkt nicht festgelegt.
Die Provinz Chungnam verwaltet derzeit acht eingetragene Kulturerbestätten der Neuzeit und Gegenwart, darunter den Stammsitz der Familie Cho aus Baecheon in Geumsan. Dass ein Stammsitz und eine Brauerei gemeinsam auf derselben Liste stehen, zeigt für sich genommen eine Verschiebung des Blicks. Neben den Säulen des Adelshauses sind nun auch die Krüge der Brauerei etwas, das zu bewahren ist.
Wer über die Neujahrsfeiertage in die Gegend von Sinam-myeon in Yesan kommt, dem lohnt es sich, unter dem Dachvorsprung des Holzbaus kurz stehen zu bleiben. Auch in der Winterluft bleibt in der Nähe der Gärbottiche ein säuerlicher, schwerer Geruch. Auch bevor eine Kulturerbenummer vergeben wurde, füllte dieser Geruch das Gebäude 90 Jahre lang.
