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„Joseons missratene Hafenöffnung", das Scheitern einer Umbruchzeit neu gelesen

배진경·Veröffentlicht 2026-08-10 16:02 KST
Ein dreizehn Jahre altes Buch, aufgeschlagen im Monat des Befreiungstags
Das Meer der Umbruchzeit, dem „Joseons missratene Hafenöffnung
Das Meer der Umbruchzeit, dem „Joseons missratene Hafenöffnung" nachgeht / ⓒ Breath Journal

Warum kommt der Umbruch immer zu spät. In dem Moment, in dem sich die Tür öffnet, erkennt niemand, dass es eine Tür ist, und erst im Nachhinein weiß man, dass es eine Weggabelung war. Moon So-youngs „Joseons missratene Hafenöffnung" (Yeoksaui Achim, 2013) ist ein Buch, das in das Innere dieser Verspätung blickt. Dieses Buch im Monat des Befreiungstags wieder aufzuschlagen, liegt näher an einer Bestandsaufnahme als an einem Gedenken.

Das „missraten" im Titel liegt näher am Schmerz als am Spott. Statt die Hafenöffnung zu einer Bilanz aus Sieg und Niederlage zu ordnen, geht das Buch dem nach, was darin bewahrt werden sollte und was verloren ging. Dass es trotz seiner dreizehn Jahre weniger veraltet wirkt, liegt daran, dass seine Fragestellung eher auf Haltungen als auf Ereignisse zielt.

Ein 2013 erschienenes Buch im Jahr 2026 zu lesen, erzeugt eine eigentümliche Zeitverschiebung. Die Leser von damals werden es als Geschichte von vor gut hundert Jahren gelesen haben, die Leser von heute lesen es als Geschichte ihrer eigenen Zeit. In der Zwischenzeit sind wir mitten in eine weitere Umbruchzeit geraten.

Der heutige Umbruch bedeutet den Wechsel von Kohle und Öl zu etwas anderem, und dabei geraten Städte mit Häfen, Industriekomplexen und Kraftwerken als Ganzes ins Wanken. Wie einst die Häfen der Öffnungszeit werden auch die Industriestädte von heute aufgefordert, sich nach einem von außen herangetragenen Zeitplan umzubauen. Damals bestimmten Verträge den Zeitplan, heute bestimmen ihn Markt und Regulierung. Ähnlich ist, dass die Seite, die den Zeitplan aufstellt, und die Seite, die ihn trägt, verschieden sind.

Von der Seite des Kulturerbes aus gesehen ist diese Überlagerung deutlicher. Lagerhäuser und Zollämter, Bahngleise und Werkswohnungen aus der Öffnungszeit stehen heute meist mit dem Etikett modernes Kulturerbe. Die Ziegel sind schwarz verwittert, aus den hölzernen Türrahmen steigt ein feuchter Holzgeruch, und die Eisentreppen geben bei jedem Schritt einen tiefen, dumpfen Laut. Es sind zwei Gesichter, Spur der Demütigung und zugleich Ansammlung von Technik und Arbeit.

Joseons missratene Hafenöffnung · Moon So-young · Yeoksaui Achim
Joseons missratene Hafenöffnung · Moon So-young · Yeoksaui Achim / Cover · Yeoksaui Achim

Hier beginnt die Spannung zwischen Bewahren und Nutzen. Lässt man es stehen, entstehen Unterhaltskosten, greift man ein, verschwindet die ursprüngliche Gestalt, und baut man es zu Cafés und Ausstellungsräumen um, kommen Menschen, dafür wird die Erzählung dünner. Das Buch bietet keine Lösung an. Es zeigt an den Erfahrungen der Öffnungszeit, welche Folgen es hat, Entscheidungen aufzuschieben und die Zeit verstreichen zu lassen.

Die Stärke des Buches liegt darin, dass es die Umbruchzeit nicht zum Moralstück macht. Statt zu scheiden, wer das Land verriet und wer ihm treu blieb, verfolgt es, wie Menschen unter knapper Information und knapper Zeit ihre Entscheidungen trafen. Auch die dünnen Stellen sind deutlich. Weil es die allgemeine Lesbarkeit gewählt hat, reicht die Dichte der Quellenarbeit nicht an fachwissenschaftliche Studien heran, und zur heutigen Forschung dreizehn Jahre später ist ein Abstand entstanden.

Man nutzt es deshalb besser als Werkzeug des Denkens denn als Standardwerk zur Einführung in die Öffnungszeit. Für Menschen, die in Städten mit modernem Erbe entscheiden müssen, was bleibt und was sich ändert, und für Menschen, die wissen wollen, welche Seite die Kosten des Umbruchs trägt, ist es besonders brauchbar. Nach der Lektüre empfiehlt sich ein Rundgang durch die alten Hafenviertel von Incheon oder Gunsan. Die Hand an eine Ziegelwand zu legen und die Temperatur jener Zeit zu messen, ist das letzte Kapitel dieses Buches.

Die Hand an eine Ziegelwand legen und die Temperatur jener Zeit messen. Dort hält das Buch inne.

Redakteurin Bae Jin-kyung · Breath.Culture

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