
Die Korea National Railway teilte am 4. dieses Monats mit, eine grüne Anleihe im Umfang von 150 Milliarden Won begeben zu haben. Es ist der größte Betrag unter den grünen Anleihen, die die Behörde bislang aufgelegt hat. Die aufgenommenen 150 Milliarden Won fließen vollständig in die Unterbauarbeiten für den viergleisigen Ausbau der Strecke Pyeongtaek-Osong, mit dem die Transportkapazität der Gyeongbu-Hochgeschwindigkeitsstrecke erhöht wird.
Das Emissionsvolumen hat sich in drei Jahren verfünffacht. 2023 begann es mit 30 Milliarden Won unter anderem für die erste Stufe der Honam-Hochgeschwindigkeitsstrecke, 2024 wurden 50 Milliarden Won für den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Hauptstadtraum und 70 Milliarden Won für die zweite Stufe der Honam-Hochgeschwindigkeitsstrecke begeben. Die aktuelle Anleihe erhielt bei der ESG-Anleihenzertifizierung durch Korea Ratings die Bewertung "geeignet", geprüft wurden die Übereinstimmung mit den Leitlinien der koreanischen Taxonomie für grüne Wirtschaftstätigkeiten, die Angemessenheit der Projektauswahl und die Transparenz der Mittelverwaltung. Die Behörde wurde im März dieses Jahres in das Zinsausgleichsprogramm des Korea Environmental Industry and Technology Institute für die Emission koreanischer grüner Anleihen aufgenommen und erhält damit eine Zinsunterstützung von 0,2 Prozent jährlich.
Das Emissionsvolumen ist gestiegen, doch der Anteil derjenigen, die diese Anleihen halten, ist gesunken.
Nach einer Auswertung von Unterlagen der Bank of Korea, die das Solutions for Our Climate und der britische Thinktank Positive Money über das Büro des Abgeordneten Jeong Tae-ho erhalten haben, entfielen im vergangenen Jahr 53 Prozent der im Sicherheitenrahmen der Bank of Korea anerkannten Unternehmensanleihen und Anleihen öffentlicher Einrichtungen auf Emissionen aus dem Bereich fossiler Brennstoffe oder mit hohem CO2-Ausstoß. Auf hohen CO2-Ausstoß entfielen 33 Prozent, auf fossile Brennstoffe 20 Prozent. Der Anteil grüner Anleihen einschließlich nachhaltiger Anleihen lag bei rund 2 Prozent, 45 Prozent wurden als neutrale Anleihen eingestuft. Die beiden Institute teilten die Anleihen für die Auswertung in die vier Kategorien fossile Brennstoffe, hoher CO2-Ausstoß, grün und neutral ein.
Der Anteil der Anleihen aus dem Bereich fossiler Brennstoffe stieg von 9 Prozent im Jahr 2021 auf 20 Prozent im vergangenen Jahr, im selben Zeitraum sank der Anteil grüner Anleihen von 4 auf 2 Prozent. Allein die von Korea Electric Power Corporation und Korea Gas Corporation begebenen Anleihen machten 18 Prozent der gesamten Sicherheiten aus. Der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen bei Korea Electric Power Corporation und ihren Erzeugungstöchtern lag 2024 bei 63,4 Prozent.
Die Bank of Korea nimmt Anleihen als Sicherheiten entgegen, um Kredite an Finanzinstitute und Abwicklungsrisiken zwischen Instituten abzusichern. Zum Ende des vergangenen Jahres belief sich der anerkannte Gesamtbetrag auf 168,2 Billionen Won, davon wurden Unternehmens- und Behördenanleihen im Umfang von 23 Billionen Won mit 1368 Titeln, bei denen sich die Emissionsmerkmale feststellen lassen, ausgewertet. Ob sich die Quote von 2 Prozent auf den Betrag oder auf die Zahl der Titel bezieht, steht in der Veröffentlichung nicht.
Die Sicherheitenliste der Zentralbank legt fest, welche Anleihen bei Finanzinstituten in Liquidität umgewandelt werden können. Auch wenn ein Emittent eine K-Taxonomy-Zertifizierung erhält und zusätzlich einen Zinsausgleich bekommt, entsteht kein Anreiz zum Halten außerhalb des Zertifikats, sofern das haltende Finanzinstitut aus der Anleihe als Sicherheit keinen anderen Vorteil zieht als aus einer Anleihe aus dem Bereich fossiler Brennstoffe. Die Leitlinien der koreanischen Taxonomie für grüne Wirtschaftstätigkeiten sind ein amtlicher Maßstab, den das Ministerium für Klima, Energie und Umwelt und die Finanzdienstleistungskommission geschaffen haben, um zu bestimmen, ob eine bestimmte Wirtschaftstätigkeit als umweltfreundliches Vorhaben gilt.
Die Bauarbeiten auf dem Abschnitt Pyeongtaek-Osong benötigen auch in den kommenden Jahren Mittel. Welchen Preis der Markt bei der nächsten Tranche der Behörde ansetzt, wird sich erst mit den Emissionsbedingungen zeigen, und diese Bedingungen hängen davon ab, wohin die jetzigen 150 Milliarden Won geflossen sind.
