
Eine niedrige Welle schiebt sich schräg über den Sand heran. Der Sand auf der Seite, die das Wasser erreicht hat, ist nass und dunkler geworden, auf der anderen Seite bleibt er trocken, und die feinen Körner fangen das Licht. Am Ende des Wellenkamms bricht weißer Schaum, und dahinter liegt das Licht des späten Nachmittags fein verteilt auf der Wasseroberfläche.
Steht man neben einer solchen Szene, findet der Körper von selbst einen Rhythmus. Wenn das Wasser heranrollt, heben sich die Schultern ein ganz klein wenig, wenn es zurückweicht, senken sie sich. Die Fußsohlen sinken leicht in den nassen Sand ein, und der Blick löst sich locker und folgt den Wellen, ohne an einem Punkt zu verweilen.
An geschäftigen Tagen folgt der Atem dem Takt der Gedanken. Wenn die Gedanken vorauseilen, wird der Atem kürzer, und der kürzere Atem treibt die Gedanken wieder an.
Richten Sie dort, wo Sie gerade sind, den Blick auf einen Punkt, das Fenster oder die Wand, und atmen Sie bis vier zählend ein, wie eine heranrollende Welle, und bis sechs zählend aus, wie eine zurückweichende. Ein Atemzug auf eine Welle, etwa zehnmal so, das dauert keine drei Minuten.
Dasselbe Zählen lässt sich auch in den kurzen Moment verlegen, in dem man auf das Umspringen der Ampel wartet. Die Fußspitzen stehen still und der Blick hängt am grünen Licht auf der anderen Seite, und während man bis vier zählend einatmet und bis sechs zählend ausatmet, lässt sich auch ohne die Hand aufzulegen bemerken, wie sich der Bauch hebt und wieder senkt. Man geht sogar dem Gefühl nach, wie sich der Kragen innen am Hemd leicht nach außen schiebt und wieder zurückkommt. Es genügt, darauf zu achten, ob dieses Auf und Ab gleichmäßig oder ungleichmäßig ist.
Auch nachdem sie gebrochen ist, kehrt die Welle ohne Eile als nächste Welle zurück.
