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Ein weißer Mast mitten im Reisfeld

편집부·Veröffentlicht 2026-06-05 13:31 KST
Der Wind wird zu Strom, ohne dass das Feld geräumt wird
Der Wind nimmt nicht viel Platz ein
Der Wind nimmt nicht viel Platz ein / Foto Quang Nguyen Vinh · Pexels

Zu der Stunde, in der die Sonne hinter den Bergen versinkt, geht der Himmel von Orange in Blaugrau über, und die Wolken liegen lang gestreckt da. Darunter trägt das Feld noch das Grün des beginnenden Sommers, und die Linien der Feldraine setzen sich fort wie ein Flickenteppich. Ein weißer Mast steht senkrecht mitten im Bild, dahinter reihen sich dieselben Masten bis zu den nebligen Berghängen und werden kleiner.

Zuerst fällt die Größe ins Auge, doch wer länger hinsieht, bemerkt die Enge. Die Flügel nutzen den Himmel weit aus, der Boden, auf dem der Mast steht, ist so groß wie ein Kreis. Außerhalb dieses Kreises sind weiterhin Reisfelder, Äcker und Feldwege. Landwirtschaft und Stromerzeugung liegen zusammen auf derselben Karte.

Wenn wir an ein Kraftwerk denken, denken wir meist zugleich an Schornsteine und Mauern. Hier gibt es keine Mauer. Es braucht keinen Weg, um Brennstoff heranzuschaffen, und keinen, um die Reste des Verbrennens abzuführen. Der Wind, der über den Himmel zieht, gibt im Vorbeiziehen nur seine Kraft ab und geht weiter.

Eine solche Landschaft entsteht nicht von selbst. Sie ist das Ergebnis dessen, was Menschen im Sitzen festgelegt haben: wo gebaut wird, über wessen Land es führt, wohin der Strom geleitet wird. Ob das Reisfeld grün bleibt oder nicht, wird ebenso gerade jetzt festgelegt.

Am rechten Bildrand liegt ein blauer Wasserbehälter umgekippt, halb über den Feldrain hinausragend. Daneben steckt ein zusammengeklappter Spatenstiel in der Erde, und auch ein kleiner Griff zum Öffnen und Schließen des Wasserlaufs ist im Bild. Das heißt, während dieses große weiße Ding den Wind aufnimmt, kam jemand jeden Tag mit diesem Behälter zum Bewässern. Das Große und das Kleine teilen sich einen Abend.

Sieht man das Foto noch einmal an, wird ein Weg sichtbar. Ein weißer Betonweg führt zwischen den Reisfeldern hindurch bis unter den Mast, und dieser Weg setzt sich über den Bildrand hinaus fort. Weil jemand hingegangen ist und diesen Weg angelegt hat, konnte dieser Abend so aufgenommen werden.

Redaktion · Breath.Culture

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