
Gegen die von der Regierung vorangetriebene Abschaffung der Studiengebühren an regionalen staatlichen Universitäten regt sich Widerstand aufseiten der Privatuniversitäten. Die Vereinigung der Präsidenten koreanischer Privatuniversitäten (한국사립대학총장협의회) erklärte, dass eine Umsetzung dieser Politik vor dem Susi-Zulassungsverfahren für das Studienjahr 2027 die Studierendengewinnung regionaler Privatuniversitäten beeinträchtigen werde. Das Bildungsministerium kündigte an, mit einer Aufstockung der Stipendienförderung für Privatuniversitäten zu reagieren. Die entsprechenden Äußerungen und Stellungnahmen folgten zwischen dem 29. und dem 30. August aufeinander.
Die Universitätspräsidenten stellten klar, dass sie nicht gegen die Gebührenfreiheit an regionalen staatlichen Universitäten seien, forderten aber ein Fördermodell, das ohne Unterscheidung zwischen staatlichen und privaten Hochschulen die „Studierenden" unterstützt. Gemeint ist: Wenn sich die Förderung nach der Trägerschaft der Hochschule richtet, hängt die finanzielle Belastung gleichaltriger junger Menschen aus derselben Region davon ab, welche Universität sie besuchen.
Ein weiterer Vorschlag, der dabei vorgebracht wurde, ist, Regionen mit schrumpfender Bevölkerung als Maßstab heranzuziehen. Um dem ursprünglichen Ziel des regionalen Ausgleichs gerecht zu werden, müssten – unabhängig von staatlicher oder privater Trägerschaft – Hochschulen in Regionen mit hohem Aussterberisiko stärker gefördert werden, so die Argumentation.
Die Übergangsquote von Schulabgängern in Einrichtungen der Hochschulbildung liegt bei über 70 Prozent. Das bedeutet, dass etwa sieben von zehn ein Studium aufnehmen – und entsprechend wirken sich Veränderungen bei der Studiengebührenbelastung auf die Haushalte eines gesamten Jahrgangs aus. Für Studierende, die in der Provinz geboren und aufgewachsen sind, kommt hinzu, ob sie von zu Hause aus pendeln können oder nach Seoul ziehen müssen.
Von den regionalen staatlichen Universitäten kamen andere Töne. Der Präsident der Staatlichen Universität Gunsan (국립군산대) erklärte am 29. August, regionale staatliche Universitäten könnten als zentrale Knotenpunkte regionaler Innovation fungieren. Sie böten jungen Menschen Bildung und schüfen so die Grundlage dafür, dass diese in der Region blieben; zugleich seien sie ein Bindeglied zu Kommunalverwaltungen und öffentlichen Einrichtungen.
Die Universitätspräsidenten forderten, den Zukunftsfonds (미래대응기금) auch in die Hochschulbildung zu investieren. Es wird zwar erwartet, dass ein Teil der Mittel in den Hochschulbereich fließt, doch über Umfang und Anteil der Verteilung wird noch beraten. Ist die Größe der Mittel festgelegt, entscheidet sich zugleich, ob die Förderung an Hochschulen gebunden oder für Studierende geöffnet wird.
Es gab auch Stimmen, die den Rahmen der Debatte erweitern wollen. Eine als Vorsitzender Lee bezeichnete Person sagte, es brauche auch Politik und Förderung für junge Menschen, die kein Studium aufgenommen haben, und für jene, die sich zwischen Hochschulbildung und Weiterbildung bewegen. Liegt die Übergangsquote bei über 70 Prozent, fallen die Übrigen nicht unter diese Maßnahme. Es wird kritisiert, dass sie immer wieder aus der Debatte um Jugendförderung herausfallen, weil sie keine Hochschule besuchen, an der die Gebühren erlassen werden.
Bis zum Susi-Zulassungsverfahren 2027 bleibt gut ein Jahr. Bis dahin muss neben der Fördersumme auch entschieden werden, wonach der Kreis der Geförderten bemessen wird. Zählt man nach Hochschulen, bestimmt die Bewerbung an einer bestimmten Universität die Höhe der Belastung; zählt man nach Studierenden, werden Wohnort und finanzielle Leistungsfähigkeit zum Maßstab.
