
Ein Zimmer mit niedrig geneigter Decke, vor dem Fenster hängen ein trüber Himmel und ein bläulicher Bergrücken. Der Vorhang ist halb zurückgezogen und hängt kraftlos herab, hinter dem Glas zittert das Zartrosa an einem trockenen Zweig. Die weiße Decke auf dem Bett liegt zerwühlt, so wie jemand sie gerade verlassen hat, und das Licht breitet sich ohne zu blenden im Zimmer aus.
Bei einer solchen Szene sinken die Schultern von selbst. Die Zehenspitzen stecken in der über Nacht gewärmten Decke, der Atem geht flach auf und ab und wird dann einen Takt länger. Der Blick bleibt irgendwo am Fensterrahmen unscharf hängen.
Es gibt Morgen, an denen nur die Gedanken schon nach draußen laufen, bevor man sich aufrichtet. Als stünden die Aufgaben des Tages früher auf als die Decke und warteten vor der Zimmertür.
Dann strecken wir einfach im Liegen die Arme über den Kopf. Die Zehenspitzen schieben in die andere Richtung, wir atmen nur so weit ein, wie sich die Rippen öffnen, und atmen lang aus, während wir die Spannung lösen. Einmal reicht, und wenn es zweimal sind, sagt auch niemand etwas.
Dieselbe Streckung stellt sich auch am Abend ein, wenn man trockene Wäsche abnimmt und faltet. Beim Aneinanderlegen der Handtuchecken gibt es einen Moment, in dem man innehält und die Arme nach oben hebt, und dabei schaut man nach, wie viel Kraft in den Fingern steckt. Ob Daumen und Zeigefinger immer noch etwas festhalten oder ausgestreckt herabhängen. Die halb gefalteten Kleidungsstücke geraten nicht durcheinander, wenn man sie so liegen lässt.
Die Decke liegt auch ungefaltet einfach da, und der Berg hängt trüb im Fenster.
