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Das Ventil an Land zudrehen statt im Meer zu bergen

김범수·Veröffentlicht 2026-05-21 19:39 KST
93 Prozent verschmutzte Küsten und die Erfolge der Bergungstechnik weisen auf dieselbe Schlussfolgerung
In dem Streifen, den die Wellen zurücklassen, liegen mehr Bruchstücke als Sand
In dem Streifen, den die Wellen zurücklassen, liegen mehr Bruchstücke als Sand / ⓒ Breath Journal

Wer der Spur folgt, die das zurückweichende Meerwasser hinterlässt, findet einen schmalen Streifen. Zwischen Seetang und Muschelschalen stecken dicht an dicht verblasste Bruchstücke. Dass sich an jedem Strand ein ähnliches Bild wiederholt, zeigt den Charakter dieses Problems.

Eine Erhebung hat ergeben, dass 93 Prozent der Küstenlinien weltweit mit Plastik bedeckt sind. Zur selben Zeit kam von einem Projekt zur Bergung von Meeresmüll ein Bericht, wonach sich die ins Meer gelangende Menge innerhalb von 15 Jahren spürbar verringern lässt. Die beiden Nachrichten scheinen auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen. Denn die eine sagt, fast alle Küsten seien verschmutzt, die andere, eine Lösung sei in Sicht.

Legt man beide Nachrichten nebeneinander, verschwindet der Widerspruch. Die Fläche, für die die 93 Prozent stehen, lässt sich allein durch das Herausholen aus dem Meer kaum bewältigen, und die Grundlage dafür, dass das Bergungsprojekt von einer Frist von 15 Jahren sprechen kann, liegt darin, dass es die aus Flüssen und Mündungen einströmende Menge abgefangen hat. Beide Mitteilungen weisen also auf dieselbe Stelle. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet eher das Zudrehen als das Abschöpfen.

Das Bild einer überlaufenden Badewanne macht es einfach. Wie fleißig auch immer jemand mit der Schöpfkelle schöpft, solange der Wasserhahn offen ist, wird der Boden nicht trocken. Die Bergungstechnik ist in diesem Bild eine Leistung, die die Schöpfkelle sehr viel größer und genauer gemacht hat. Die wertvollste Information, die diese Leistung geliefert hat, war die Lage des Hahns.

Der Einwand ist stark genug. Die Emissionen an Land zu verringern, ist mit Regelwerken und dem Umbau ganzer Branchen verflochten und deshalb langsam, und in der Zwischenzeit sammeln sich die Bruchstücke weiter an. Die Forderung, wenigstens die sichtbare Bergung zu beschleunigen, ist berechtigt. Tatsächlich verschwindet die bereits ins Meer gelangte Menge nicht von selbst, es gibt also keinen Grund, das Herausholen einzustellen.

Die Antwort liegt nicht darin, sich für eines von beiden zu entscheiden. Der Vorschlag lautet, die Bergung fortzusetzen, aber die Einheit zu ändern, in der Ergebnisse veröffentlicht werden. Zählt man neben der Zahl der geborgenen Tonnen auch, an welchem Gewässer wie viel weniger abgeflossen ist, treffen sich Öffentlichkeitsarbeit und tatsächliche Wirkung auf derselben Kennzahl. Die Gewohnheit, nur die geborgene Menge zu zählen, dient mitunter als Ablass, während die Emissionen unangetastet bleiben.

Weder die Rede vom baldigen Ende der Meere noch die Rede davon, dass die Technik alles löst, trifft diese Wirklichkeit genau. Das Ergebnis von 93 Prozent ist weniger ein Grund zur Verzweiflung, es bedeutet, dass sich die Verschmutzungsquellen nicht auf bestimmte Regionen konzentrieren, und ein weit verbreitetes Problem lässt sich nur durch eine weit verbreitete Antwort verringern. Mit ein paar großen Geräten ist es nicht getan. An Tausenden von Eintragspunkten muss jeweils ein wenig verringert werden.

Wer an einem Fluss oder auf einer Uferwiese vorbeigeht und ein am Wasser hängendes Bruchstück aufhebt, braucht dafür weder Werkzeug noch Berechtigung. Dieses Bruchstück ist nicht bis ins Meer gelangt, und um es aus dem Meer zu holen, wären weit höhere Kosten nötig gewesen. Die Rechnung, dass ein an Land aufgefangenes Stück billiger ist als ein im Meer aufgefangenes, gilt für die Bücher eines Bergungsschiffs genauso wie für die Hand eines Menschen, der am Fluss entlanggeht.

Kim Beom-su, Reporter · Breath.Earth

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