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Zwei Millionen Balkone statt 100 Gigawatt

김범수·Veröffentlicht 2026-05-20 09:04 KST
Über Erfolg oder Misserfolg des ersten Grundlagenplans für erneuerbare Energien entscheidet die Beteiligung der Bürger
Auf einem Balkon beginnt ein Ansatz für die Energiewende
Auf einem Balkon beginnt ein Ansatz für die Energiewende / ⓒ Breath Journal

Am Balkongeländer im zwölften Stock eines Wohnhauses hängt ein einzelnes Modul. Die Eigentümerin, die es aus Sorge vor den Kühlkosten im Sommer angebracht hat, sagt, sie spare im Monat einige Tausend Won. Ein großes Kraftwerk ist das nicht. Doch in diesem Haushalt wurde Strom zum ersten Mal von einer gekauften Ware zu einer selbst hergestellten.

Die Regierung hat den ersten Grundlagenplan für erneuerbare Energien vorgelegt. Das Gerüst bilden 100 Gigawatt Anlagenleistung bis 2030 und Investitionen im Umfang von 268 Billionen Won. Darin steht ein Punkt, der weniger auffällt. Balkon-Photovoltaik für zwei Millionen Haushalte.

Der Maßstab für diesen Plan ist nicht, ob die 100 Gigawatt erreicht werden. Er liegt darin, wie viele Menschen den Nutzen der Energiewende als ihren eigenen Anteil empfinden. Die Zielwerte setzt die Regierung, doch die Kraft, die die Wende trägt, kommt am Ende von denen, die diesen Nutzen unter sich teilen.

Zwei Dinge standen dabei immer im Weg. Das Netz, das den Strom transportieren soll, reicht nicht aus, und die Zustimmung der Regionen, in denen Anlagen entstehen sollen, ist schwer zu bekommen. Beide Engpässe lassen sich nicht allein mit Technik oder Haushaltsmitteln lösen. Denn es geht um die Haltung der Menschen, die in Dörfern leben, durch die eine Stromleitung führen soll, und auf Feldern, die einer Solaranlage gegenüberliegen.

Die Gegenargumente sind eindeutig und haben ihre Grundlage. Selbst wenn die Balkon-Photovoltaik für zwei Millionen Haushalte vollständig umgesetzt wird, ist ihr Anteil am gesamten Anlagenziel nicht groß. Gemessen an dem gewaltigen Ausbauvorhaben beim Netz bleibe die Kleinerzeugung ein Symbol, heißt es. Auch die Aussage, ein nationales Stromnetz lasse sich nicht über Balkone tragen, kommt der Sache nahe.

Dass dieser Punkt dennoch wichtig ist, liegt woanders als in der Strommenge. Wer selbst zu Hause Strom erzeugt hat, hält Stromleitungen und Kraftwerke nicht mehr für die Angelegenheit anderer. Erst wenn mehr Bürger ein Gespür dafür haben, wer die Kosten der Wende warum trägt, wandelt sich die Debatte über die Akzeptanz von der Konfrontation zur Verständigung. Auch Erzeugungsmodelle, an deren Erträgen die Bevölkerung vor Ort beteiligt ist, überzeugen nur auf der Grundlage dieses Gespürs.

Zugleich ist Vorsicht geboten. Die Behauptung, ein einzelnes Balkonmodul löse die Klimakrise, ist übertrieben, und es ist ebenso riskant, Kleinanlagen für die Werbung herauszustellen und dabei die Investitionen ins Netz aufzuschieben. Zwischen 100 Gigawatt und zwei Millionen Haushalten muss nicht gewählt werden. Beide stützen einander.

In jeder Kommune gibt es Förderprogramme für Balkon-Photovoltaik. Bevor der Sommer kommt, lohnt es sich, zunächst einmal nach der Förderausschreibung des eigenen Wohnorts zu suchen. Ein einzelnes Modul wird die Welt nicht verändern, aber wer eines angebracht hat, wird bei der nächsten Informationsveranstaltung zum Netzausbau mit einer anderen Miene dasitzen.

Kim Beom-su, Redakteur · Breath.Earth

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