
Die Stadt Busan teilte am 19. mit, dass sie zur Erinnerung an die Ausrichtung der 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Busan eine „Welterbe-Tour“ durchführt. Die Tour findet am 19. und 20. Juni an zwei Tagen insgesamt viermal statt. Sie ist mit zwei Halbtagesrouten und zwei Tagesrouten angelegt. Anmeldungen werden ab dem 20. um 10 Uhr nach Eingang angenommen, Beschränkungen für die Teilnahmeberechtigung gibt es nicht.
Das Thema der Halbtagesroute lautet „Erbe der Zufluchtshauptstadt Busan“. Sie startet am Busan Museum of Modern and Contemporary History (부산근현대역사관), führt am Regionalen Meteorologischen Amt Busan vorbei, also am Gebäude der früheren Nationalen Zentralen Wetterwarte, und hält im Grabstein-Dorf von Ami-dong und in der Gedenkhalle der provisorischen Hauptstadt. In den Treppen und Stützmauern von Ami-dong stecken die Grabsteine eines Gemeinschaftsfriedhofs aus der japanischen Kolonialzeit noch unverändert. Fährt man mit den Fingerspitzen über die in die Granitoberfläche eingemeißelten Zeichen, überträgt sich die Kühle des Steins, und darüber liegt die Zeit, die Menschen hier gelebt haben.
Die Tagesroute teilt sich in eine Strecke nach Ulsan und Yangsan und eine Strecke nach Gyeongju. Die Strecke nach Ulsan und Yangsan führt zum Tongdosa und zu den Felszeichnungen von Bangudae, die Strecke nach Gyeongju geht der Reihe nach zu Bulguksa, Seokguram und Daereungwon. Diese Tour ist so angelegt, dass ein für die offiziellen Teilnehmer des Welterbekomitees vorbereitetes Programm einen Monat früher für die Bürger geöffnet wird. Einzelheiten zum Ablauf wie die Teilnehmerzahl je Durchgang oder die Abfahrtszeiten werden mit dem Beginn der Anmeldung bekannt gegeben.
Ein Vorhaben in derselben Richtung wurde einen Tag zuvor angekündigt. Die Korea Heritage Service (국가유산청) und die Korea Heritage Agency (국가유산진흥원) teilten am 18. mit, dass sie im Rahmen der „Kampagne zum Besuch des nationalen Erbes“ Sonderrouten anbieten und 100.000 limitierte Sonderpässe verteilen. Die Sonderrouten verbinden dreißig Welterbe-Standorte in den Regionen Busan, Ulsan und Gyeongsang und laufen befristet von Mai bis November. Welche dreißig Orte das jeweils sind, gaben die beiden Institutionen nicht bekannt.
In die Routen aufgenommen wurden Bulguksa und Seokguram, die Gaya-Hügelgräber, Bergklöster und Konfuzianische Akademien. Auch die im vergangenen Jahr in die Welterbeliste aufgenommenen „Felszeichnungen am Bangucheon“-die Felszeichnungen von Bangudae in Daegok-ri, Ulju, und die Inschriften und Felszeichnungen von Cheonjeon-ri-sind enthalten. Ebenso aufgeführt sind Standorte, die mit dem 2025 in die Vorschlagsliste für das Welterbe aufgenommenen „Erbe der Zufluchtshauptstadt Busan aus der Zeit des Koreakriegs“ zusammenhängen.
Der Sonderpass kann ab dem 20. um 14 Uhr auf der offiziellen Website nach Eingang beantragt werden, höchstens vier Stück pro Person. Von den 100.000 Exemplaren entfallen 80.000 auf online und 20.000 auf offline. Die Offline-Verteilung beginnt ab Mitte Juni im Informationszentrum des Terminals 1 des Incheon International Airport, im Ulsan Petroglyph Museum und in den Touristeninformationen von Busan.
Wer fünf Standorte bestätigen lässt und danach vom 20. bis 29. Juli den Kampagnenstand im Korea-Pavillon der Bexco in Busan aufsucht, bekommt ein Andenken. Wer bis zum 30. November alle dreißig Orte abfährt, erhält ab Dezember ein gesondertes Andenken für den Abschluss.
Das Sammeln von Stempeln bringt stets die Sorge mit sich, dass Erbe als touristisches Produkt konsumiert wird. Die Felszeichnungen sind wiederholt im Wasser versunken und wieder aufgetaucht, wodurch die eingeritzten Linien flacher geworden sind, und auch die Stützmauern in Ami-dong entgehen der Abnutzung kaum, je mehr Besucher kommen. Der Schutz wirkt in Richtung weniger Menschen, der Genuss in Richtung mehr Menschen. Wo dieses Vorhaben, das beide Kräfte zugleich vorantreibt, sein Gleichgewicht findet, zeigt sich erst nach dem Ende der Laufzeit.
Die Stadt Busan steht auf dem Standpunkt, die Veranstaltung als Anlass zu nutzen, um über die Bewerbung des „Erbes der Zufluchtshauptstadt Busan“ um die Aufnahme in die Welterbeliste zu informieren. Korea übernimmt 38 Jahre nach dem Beitritt zur Welterbekonvention im Jahr 1988 zum ersten Mal den Vorsitz und richtet die Sitzung des Komitees aus. Während der Hauptsitzung wird in Halle 1 der Bexco auch ein Ausstellungsbereich eingerichtet, der das Kulturerbe und die touristischen Angebote Busans vorstellt. Die von der Stadt Busan veranstaltete Juni-Tour und die von der Korea Heritage Service veranstalteten Sonderrouten von Mai bis November sind getrennte Vorhaben.
Der nächste Termin ist der 20. Um 10 Uhr öffnet die Anmeldung für die Tour, vier Stunden später beginnt die Beantragung der Sonderpässe. Da bei beiden Stellen die Reihenfolge des Eingangs zählt, werden sie nicht lange offen bleiben.
Steht man vor dem Felsen von Bangudae, sieht man zusammen mit dem Geruch des Wassers Walrücken, die vor fünftausend Jahren eingeritzt wurden. Der Weg bis zu diesem Felsen wird in diesem Sommer etwas breiter.
