
Das „Yeondeunghoe 2026" findet am 16. und 17. Mai zwei Tage lang am Jogyesa-Tempel im Seouler Bezirk Jongno-gu, an der Ujeongguk-ro und in Jongno statt. Die Stadt Seoul gab die Veranstaltung am 13. bekannt und teilte mit, dass von 13 Uhr am 16. bis 3 Uhr am 17. der Abschnitt von der Kreuzung Sejong-daero bis zum Heunginjimun sowie die Jangchungdan-ro und weitere wichtige Straßen der Innenstadt schrittweise gesperrt werden. Einen Tag und einen halben Tag lang geht eine der ältesten Straßen Seouls anstelle der Autos an die Menschen zu Fuß und an die Papierlaternen über.
Das Yeondeunghoe ist eine Tradition, die seit der Zeit des Vereinigten Silla fortbesteht. Manche Aufzeichnungen beziffern diesen Zeitraum auf etwa 1200 Jahre. 2012 wurde es zum nationalen immateriellen Kulturerbe erklärt, 2020 kam es auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO.
Die Laternen sind einfache Gegenstände. Aus Bambus oder Draht wird ein Gerüst gebaut, darauf wird Hanji-Papier geklebt und mit Farbe getränkt. Setzt man ein Licht hinein, lässt selbst die Maserung des Papiers und die Spur des Klebers das Licht durch, sodass auch Laternen gleicher Form jede mit einem eigenen Gesicht leuchten. Der Klang, den man beim Vorbeiziehen des Zuges hört, liegt näher am Streifen des Papiers und an Schritten als an Rufen.
Der Zeitplan ist dicht. Am 16. sind auf dem Abschnitt von der Kreuzung Jonggak bis zum Heunginjimun von 13 Uhr bis 3 Uhr am folgenden Tag alle Fahrspuren in beide Richtungen gesperrt. Auf den Abschnitten Kreuzung Sejong-daero bis Kreuzung Jonggak und Kreuzung Anguk bis Kreuzung Jonggak ist der Fahrzeugverkehr von 18 Uhr bis Mitternacht eingeschränkt, auf dem Abschnitt von der Dongguk-Universität bis zum Heunginjimun von 18 Uhr bis 20.30 Uhr. Am 17. wird der Abschnitt von der Kreuzung Anguk bis zur Kreuzung Jonggak von 9 Uhr bis Mitternacht vollständig gesperrt.
Der Zug selbst beginnt am 16. um 19 Uhr und endet um 21.30 Uhr. Der Weg führt von der Dongguk-Universität über das Heunginjimun und Jongno zum Jogyesa-Tempel. Rund 60 Gruppen und etwa 20.000 Bürgerinnen und Bürger gehen gemeinsam mit. Nach dem Ende des Zuges folgt von 21.30 Uhr bis 23 Uhr an der Kreuzung Jonggak das Daedong-Hanmadang, bei dem Ganggangsullae, Musikaufführungen und eine Inszenierung mit dem Titel „Blütenregen" vorbereitet sind.

Die Unannehmlichkeiten sind real. Zehn Mittelbushaltestellen von der Kreuzung Jonggak bis zum Heunginjimun werden vorübergehend an den Straßenrand verlegt und dort betrieben, die Busse durch Jongno fahren Umwege. Die Haltestellen innerhalb der Sperrabschnitte werden vorübergehend geschlossen. Die Stadt Seoul bat darum, an nahe gelegenen Haltestellen auszusteigen und mit der U-Bahn oder zu Fuß weiterzugehen.
Bewahrung und Nutzung stoßen hier aufeinander. Laternen zu bauen und auf die Straße zu bringen, geht in der Vitrine eines Museums nicht. Für ein lebendiges Erbe müssen sich jedes Jahr Menschen versammeln und Straßen frei werden, und der Preis dafür kehrt in Form von Staus im Feierabendverkehr und umgeleiteten Bussen als Kosten der Stadt zurück. Dass das Komitee zur Bewahrung des Yeondeunghoe jedes Jahr Kurse zur Herstellung traditioneller Laternen und eine internationale Fachtagung veranstaltet, kommt ebenfalls einem Bemühen nahe, dieses Fest nicht nur als Schauspiel von ein, zwei Tagen verbrauchen zu lassen.
Die Sicherheit ist die Voraussetzung dieses Gleichgewichts. Die Stadt Seoul hat die Verlegung der Mittelbushaltestellen und die Prüfung der Anlagen abgeschlossen und plant, Kräfte der Stadt, der Bezirke Jongno-gu und Jung-gu, von Polizei und Feuerwehr sowie Sicherheitspersonal vor Ort einzusetzen. Kim Tae-hee, Leitung des Kulturressorts der Stadt Seoul, bat die Bürger, sich vorab über die Verkehrsinformationen zu informieren, und erläuterte die Grundsätze des Sicherheitsmanagements vor Ort.
Der Geburtstag Buddhas fällt in diesem Jahr auf den 24. Mai. Um dieses Datum herum werden auch andernorts im Land Laternen entzündet, am Ufer des Hyeongsan-Flusses und rund um den Geumjangdae in Gyeongju, am Songsanghyeon-Platz in Busan und im Suneungwon in Gimhae. Termine und Umfang sind je nach Region unterschiedlich angesetzt.
Am 17. kann man auf dem Platz der traditionellen Kultur vor dem Jogyesa-Tempel Buddhismus und traditionelle Kultur erleben. Wer den Zug verpasst hat, dem bleiben diese Stunden am Tag. Von welchen Händen eine der Laternen gemacht wurde, die in der Nacht zuvor über die große Straße zogen, versteht man ein wenig, wenn man den Pinselstrich, der Hanji-Papier mit Farbe tränkt, selbst ausprobiert.
