
Fünf Zeremonialfahnen Joseons, die 1893 in der World's Columbian Exposition in Chicago hingen, werden in den USA konserviert. Das Nationale Palastmuseum von Korea (국립고궁박물관) der Korea Heritage Service (국가유산청) und Riot Games gaben diesen Plan am 13. bekannt. Es handelt sich um Fahnen, die bei Hofprozessionen und militärischen Zeremonien verwendet wurden, darunter die Tigerfahne Hogi (虎旗) und die Fahne des Roten Vogels Jujakgi (朱雀旗). Nach Abschluss der Arbeiten kommen sie als Leihgabe nach Korea und treffen im kommenden Dezember in einer Sonderausstellung des Nationalen Palastmuseums zum ersten Mal im Inland auf Besucher.
Die Fahnen waren Bild und Klang zugleich. Das gefleckte Tier der Hogi und der rote Vogel der Jujakgi wurden mit farbigen Pigmenten auf großes Tuch gemalt, und immer wenn sich der Zug bewegte, fing dieses Tuch den Wind und flatterte hörbar. Diese Fahnen, die vor und hinter der königlichen Prozession aufgereiht waren, zeigten Himmelsrichtung und Rangordnung sichtbar an. Dass Gegenstände aus dem Palastgebrauch den Pazifik überquerten und an der Wand einer fremden Ausstellungshalle hingen, geschah 1893 zum ersten Mal.
Die Ausstellung jenes Jahres war die erste Weltausstellung, an der Joseon offiziell teilnahm. Joseon zeigte 27 Kulturgüter, fünf Bahnen davon werden nun konserviert. Nach dem Ende der Ausstellung kehrten diese Objekte nicht nach Joseon zurück, sie blieben als Bestand des Museums für Archäologie und Anthropologie der University of Pennsylvania und verbrachten dort 133 Jahre. Auf welchem Weg sie in den USA verblieben, ist nicht abschließend beschrieben.
Weil die Schäden gravierend sind, durchlaufen sie vor der Einfuhr nach Korea vor Ort ein Restaurierungsverfahren. Bei alten Textilien wird schon die Bewegung des Transports leicht zur Beschädigung. Entlang der Faltspuren reißen die Fasern, und die Pigmentschicht bröckelt bei Erschütterungen. Darin liegt der Grund, vor der Überquerung des Pazifiks zuerst die Fäden zu sichern.
Konservierung und Nutzung stehen nicht immer auf derselben Seite. Je länger die Stücke unter dem Licht des Ausstellungsraums ausgebreitet liegen, desto blasser werden die Farben, und mit jedem Wechsel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit dehnt sich das Tuch minimal und zieht sich wieder zusammen. Dennoch kann niemand sehen, wofür diese Fahnen gemacht wurden, wenn sie nur in der Kiste bleiben. Dieses Projekt hat den Weg gewählt, den Zustand in den USA zu stabilisieren und die Stücke danach für begrenzte Zeit in Korea zu zeigen, die Einzelheiten der Leihbedingungen wurden nicht veröffentlicht.
Das Nationale Palastmuseum schloss im vergangenen Februar eine Vereinbarung mit dem Museum für Archäologie und Anthropologie der University of Pennsylvania und dem National Trust for Cultural Heritage (문화유산국민신탁) und legte damit die Grundlage für diese Arbeit. Der Sponsor Riot Games hat sich seit 2012 gemeinsam mit der Korea Heritage Service siebenmal an der Rückführung von Kulturgütern aus dem Ausland beteiligt. 2022 unterstützte das Unternehmen die Konservierung von 15 Nobu-Objekten (노부), zeremoniellen Insignien des Joseon-Königshauses, 2024 ein Reproduktionsprojekt für drei königliche Kalligrafien und Malereien aus dem Bestand des Nationalen Palastmuseums. Die kumulierte Fördersumme für koreanisches Kulturerbe hat 10 Milliarden Won überschritten.
Je mehr Kulturgüter zurückkehren, desto größer wird auch die Frage, wer die Zeit nach der Rückkehr wie trägt. Eine Rückführung endet nicht mit dem Moment, in dem der Vertrag besiegelt wird. Sie ist erst mit der monatelangen Arbeit vollendet, einen einzelnen Faden wieder anzusetzen. Diese fünf Bahnen zeigen einen Weg, bei dem anstelle einer Übertragung des Eigentums zuerst die Sicherung des beschädigten Zustands angegangen wird.
Der Titel der Sonderausstellung "Weltausstellung" ist ein Arbeitstitel, als Termin ist die Eröffnung am 2. Dezember festgehalten, Name und Laufzeit können noch angepasst werden. In den Ausstellungsräumen des Nationalen Palastmuseums im Gyeongbokgung-Palast in Seoul steht man jenem Tuch gegenüber, das 1893 an einer Wand in Chicago hing. Ein Tiger und ein roter Vogel treffen nach 133 Jahren wieder auf dieselbe Luft wie am Ende der Joseon-Zeit. Beim Betreten des Ausstellungsraums werden die Besucher zunächst neu wahrnehmen, wie groß diese Fahnen sind.
