
Ein Baum, dessen Blätter alle abgefallen sind, deckt mit seinen Ästen die linke Bildhälfte ab, und am Rand seines Schattens trocknet das Gras im Winterlicht gelb. Der See zieht sich, in leichten Nebel gehüllt, bis zum Höhenzug am anderen Ufer, und die Farbe des Wassers schwankt ruhig irgendwo zwischen Blau und Silber. Zu diesem Wasser hin steht eine Holzbank, auf der niemand sitzt.
Wer eine solche Szene lange betrachtet, dem sinken die Schultern nach und nach. Die Augen bündeln den Blick nicht auf einen Punkt und lösen sich locker über die ganze Wasserfläche, und der Atem wird länger, ohne dass man sich anstrengt. Die Fingerspitzen sind kalt, aber die Fußsohlen berühren fest den Boden.
An geschäftigen Tagen taucht, was man auch ansieht, die nächste Aufgabe gleich mit auf. Die Landschaft zieht nur als Hintergrund vorbei, und die Gedanken rücken immer weiter ins nächste Feld.
Wie wäre es, dort, wo man gerade ist, etwa drei Minuten lang einfach eine Sache zu betrachten, die sich bewegt, ob vor dem Fenster oder das Wasser im Becher. Ohne festzulegen, was man fühlen soll, genügt es schon, mit den Augen zu verfolgen, wie eine Welle einmal herankommt und sich verläuft.
Dieselben drei Minuten öffnen sich auch abends vor dem Abwasch. Während man das Geschirr abspült, lohnt es sich, einmal nachzusehen, woran der Blick hängt. Ob der Fokus scharf auf einem Punkt des Wasserstrahls sitzt oder bis zum Rand der Spüle gelöst ist und sich nirgends festhält. Es reicht, den Übergang zwischen Anspannen und Lösen des Fokus einfach zu bemerken.
Die Bank steht auch heute zum Wasser hin, und das Wasser bewegt sich ohne jede Zusage weiter.
