
78 Dollar je MWh. Auf diesen Punkt sind die Stromgestehungskosten eigenständiger Batterieprojekte im vergangenen Jahr gesunken. Ein Jahr zuvor waren es 107 Dollar, also ein Rückgang um 27 Prozent. Analysen führten das auf gefallene Zellpreise, verfeinerte Auslegung und den härteren Wettbewerb in der Branche zurück.
Dass diese Zahl gerade jetzt Beachtung findet, hat einen eigenen Grund. Als lange Schwäche der erneuerbaren Energien galt die Schwankung, dass sie stillstehen, wenn die Sonne untergeht, und die Speicher als Lösung dafür waren immer teuer. Wird die Speicherung billiger, bleiben erneuerbare Energien nicht bei einer einzelnen Erzeugungsquelle und werden zu einem Paketprodukt, das rund um die Uhr liefern kann. Die Art, die Kosten zu berechnen, ändert sich selbst.
Für das kombinierte Modell, das die Speicherkosten auf die Kosten der Solarstromerzeugung aufschlägt, kam ein Wert von höchstens 110 Dollar je MWh heraus. Die Gasverstromung im Inland liegt nach Schätzungen internationaler Organisationen bei etwa 90 Dollar, bei steigenden internationalen Gaspreisen klettert sie auf bis zu 120 Dollar. Das heißt, beide Preisniveaus sind in einen Bereich eingetreten, in dem sie ineinandergreifen. Nimmt man die Prognose hinzu, dass die Batteriekosten bis 2035 weiter auf 58 Dollar sinken, neigt sich der Abstand zu einer Seite.
Die Preise zu senken gelingt nicht allein mit Technik. Im Inland liegt der Durchschnittspreis des Stroms, den Korea Electric Power (한국전력) einkauft, bei Solarenergie im Bereich von 200 Won je kWh, bei Offshore-Windkraft im Bereich von 400 Won. Verglichen mit dem Einkaufspreis von 66,4 Won für Atomstrom ist das ein Mehrfaches. Anlagen auszubauen und die Preise zu senken sind demnach getrennte Aufgaben.
An diesem Punkt kam Bewegung von der Regulierungsseite. Das Ministerium für Klima, Energie und Umwelt (기후에너지환경부) und das Parlament treiben eine Gesetzesänderung voran, die das 2012 eingeführte System der Abnahmepflicht für erneuerbare Energien (신재생에너지공급의무화제도) beseitigt und staatlichen Erzeugungsunternehmen und anderen eine Pflicht zur Anlagenkapazität auferlegt. Dieses System verlangte von großen Stromerzeugern ab 500 MW, einen bestimmten Anteil ihrer Erzeugung mit erneuerbaren Energien zu decken.
Im vergangenen Monat brachte der Abgeordnete Kim Jung-ho (김정호) von der Demokratischen Partei (더불어민주당) einen Gesetzentwurf zur Abschaffung ein, im Februar vergangenen Jahres legte der Abgeordnete Kang Seung-kyu (강승규) von der People Power Party (국민의힘) einen Entwurf für den Wechsel zu einem staatlich geführten Ausschreibungsmarkt vor. Das zuständige Ministerium prüft Alternativen seit 2024.
Als Kandidat für die Lücke, die das System hinterlässt, wird der Differenzvertrag, CfD, genannt. Dabei legt die Regierung den Vertragspreis per Auktion fest und gleicht die Differenz aus, wenn der Marktpreis darunter fällt. Für die Betreiber werden die Erlöse planbar, deshalb sinken die Finanzierungskosten, und es entsteht in gleichem Maß Spielraum, im Gebot einen niedrigeren Preis zu nennen.

Die Zertifikate für die Lieferung erneuerbarer Energien (재생에너지공급인증서) dürften nach und nach aus dem Markt gedrängt werden. Zum Geltungsbereich und zum Zeitpunkt des Inkrafttretens gibt es keine Angaben.
Die Ziele liegen offen. Kim Sung-hwan (김성환), Minister für Klima, Energie und Umwelt, erklärte, er wolle dieses Jahr zum ersten Jahr machen, in dem die große Energiewende Ergebnisse zeigt, und in seiner Amtszeit einen Ausbau der erneuerbaren Energien auf 100 GW sowie Erzeugungskosten von 100 Won je kWh erreichen. Das Kapazitätsziel, das die Regierung für 2030 gesetzt hat, liegt ebenfalls bei 100 GW. 100 Won entsprechen nach den vorliegenden Angaben etwa der Hälfte des heutigen Preises für erneuerbare Energien.
Der Weg ist weit. Die kumulierte Kapazität im Inland beträgt rund 34 GW. Dieser Zielwert liegt 22 GW über dem, was der 11. Grundplan für Stromangebot und -nachfrage (제11차 전력수급기본계획) festgelegt hat, und dazu kommt die Rechnung, dass dafür jedes Jahr mehr als 13,2 GW neu gebaut werden müssen.
Schwieriger als das Bauen ist der Netzanschluss. Eine einzige Übertragungsleitung zu errichten dauert im Schnitt neun Jahre.
Deshalb hat die Regierung zugleich den Ausbau eines dezentralen Stromsystems und den Bau einer Höchstspannungs-Gleichstromübertragung an der Westküste vorgelegt. Die Idee ist, das Ungleichgewicht zu verringern, das entsteht, weil überschüssiger Strom aus Honam (호남) nicht nach Yeongnam (영남) geleitet werden kann. In dieser Linie steht auch der Plan, fünf Jahre lang jährlich 500 Sonnenlicht-Einkommensdörfer (햇빛소득마을) einzurichten, die Erlöse aus der Stromerzeugung als Dividende an die Dorfbewohner zurückgeben. Denn die Gründe für den Widerstand der Anwohner zu verringern heißt am Ende ebenfalls, die Kosten zu senken.
Eine Lage, in der Technik und Regulierung mit je eigenem Schritt auf dasselbe Ziel zugehen, kommt nicht oft vor. Die Batteriepreise sinken weiter, und die Ausgestaltung der Auktionen liegt auf dem Verhandlungstisch. Die verbleibenden Variablen sind das Stromnetz und die Akzeptanz, der Bereich von Beton und Menschen.
Wer das nächste Mal einen Aushang für eine Informationsveranstaltung über eine Solaranlage im eigenen Viertel sieht, dem sei empfohlen, einmal vorbeizuschauen und sich hinzusetzen. Der Preis für Strom zu 100 Won wird in solchen Sälen Stück für Stück heruntergehandelt.
