
An Wochenendmittagen, wenn die Sonne am stärksten scheint, bleibt im Stromnetz Elektrizität übrig, für die sich keine Verwendung findet. Samsung Electronics und die Korea Electric Power Corporation (KEPCO, 한국전력) gaben am 1. September bekannt, dass sie ein Pilotprojekt namens „Smart-Hausgeräte-Cashback" betreiben, bei dem ein Teil der Stromrechnung erstattet wird, wenn Haushalte die Nutzung ihrer Geräte in dieses Zeitfenster verlegen. Ziel ist es, den Stromverbrauch zu optimieren, indem Geräte wie Waschmaschinen zu Zeiten laufen, in denen viel Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht.
Je mehr Photovoltaik hinzukommt, desto stärker muss das Stromnetz das Gefälle zwischen Tag und Nacht auffangen. An Tagen wie den Wochenenden im Frühjahr und Herbst, wenn die Fabriken stillstehen und auch der Heiz- und Kühlbedarf gering ist, übersteigt die Erzeugung den Verbrauch, und es kommt zur Abregelung, bei der Erzeugungsanlagen heruntergefahren werden. Damit wird mühsam erzeugter CO2-freier Strom weggeworfen — ein Problem, das seit Langem als Hemmnis für den Ausbau der erneuerbaren Energien gilt. Lösungen wie der Bau zusätzlicher Übertragungsleitungen oder großer Batteriespeicher kosten viel Zeit und Geld.
Den Lebensrhythmus der Haushalte ein wenig zu verschieben, ist ein Ansatz, der diese Lücke füllt. Wenn die Veränderung nur darin besteht, die abends laufende Waschmaschine auf den Samstagvormittag zu verlegen, hält sich die Unbequemlichkeit in Grenzen. Das Cashback gilt an Wochenenden und Feiertagen ab 11 Uhr vormittags, der erstattete Betrag wurde mit maximal etwa 300 Won pro Stunde angegeben. Die genauen Betriebsbedingungen müssen noch bis zur endgültigen Bekanntgabe abgewartet werden.
Für Samsung Electronics ist dies nicht der erste Versuch dieser Art. Das Unternehmen hat Partnerschaften mit großen ausländischen Energieunternehmen ausgebaut, in denen gemeinsam Vergünstigungen zur Senkung der Stromkosten entwickelt werden, und führte mit dem italienischen Konzern Enel ein Programm durch, das an den Kauf einer Waschmaschine gekoppelt war. Auch Kooperationen, die auf die jeweils unterschiedlichen Tarifsysteme der einzelnen Länder zugeschnitten sind, werden fortgesetzt. Die Smart-Hausgeräte selbst verfügen ebenfalls über Funktionen, die den Energieverbrauch der Produkte senken.

300 Won pro Stunde ergeben, selbst über einen Monat gesammelt, kaum mehr als den Gegenwert von zwei Tassen Kaffee. Wichtiger ist vielmehr, dass Haushalte ein Gespür dafür entwickeln, wann Strom sauber ist. Es kommt einem Training näher, das von der Gewohnheit, den Stromverbrauch nur als Gesamtmenge zu betrachten, zur Gewohnheit führt, ihn nach Tageszeiten aufgeschlüsselt zu sehen.
Wenn die Zahl der teilnehmenden Haushalte wächst und sich Daten ansammeln, zeichnet sich auch die nächste Stufe ab. Sobald der Kreis auf dauerhaft laufende Geräte wie Kühlschränke und Klimaanlagen ausgeweitet wird, wird die Haushaltslast selbst zu einer Ressource, die das Stromnetz stützt. Wird zusätzlich ein Konzept eingeführt, das die Ladezeiten von Elektrofahrzeugen in die Mittagsstunden verlegt, fällt die Wirkung noch weit größer aus.
Natürlich kann ein solches System das Problem der Überschüsse aus erneuerbaren Energien nicht allein lösen. Der Ausbau von Speicheranlagen und die Verstärkung der Übertragungs- und Verteilnetze bleiben unverändert notwendige Aufgaben. Die Beteiligung der Haushalte gleicht eher einem Puffer, der die Verschwendung verringert, während diese großen Bauvorhaben laufen. Ein kleiner Anteil ist deshalb noch lange kein entbehrlicher Anteil.
An diesem Wochenende genügt es, die Zeitvorwahl der Waschmaschine zu drücken und den Startzeitpunkt auf 11 Uhr vormittags zu stellen. Unabhängig davon, ob man sich für das Cashback angemeldet hat: Der Strom zu dieser Stunde ist der sauberste Strom, den es derzeit in Südkorea gibt.
