
Mitten im Feld ist der Boden eingesunken, und aus dem darin stehenden Wasser steigt langsam weißer Dampf auf. Rund um den Tümpel ist der Boden von grauweißem Schlamm feucht, und das Gras am Rand ist voller Nässe dunkelgrün. Auch im hinteren Teil des Bildes steigen drei oder vier weitere Dampfsäulen auf und zerstreuen sich vor einem Birkenwald.
Der Himmel ist von hellgrauen Wolken bedeckt, und nur auf dem Bergrücken rechts liegt tiefes Sonnenlicht. Zwischen Mittag und Abend, die Stunde, in der die Farben zu sinken beginnen.
Bei einem solchen Anblick reagiert zuerst der Körper. Man ist noch gar nicht ins Wasser gestiegen, und die Schultern sinken schon etwas. Denn aus der Erinnerung steigt jener erste Moment auf, in dem heißes Wasser die Haut berührt, das Gefühl, einmal einzuatmen und lang auszuatmen. Die Fußsohlen tasten schon vorher nach dem Grund, und der Blick löst sich an der Stelle, an der der Dampf sich zerstreut.
Wer verspannt war, bemerkt erst nach dem Einstieg ins heiße Wasser, wie viel Kraft er aufgewendet hat. Dass im Kiefer und in den Schultern die Anspannung eines ganzen Tages unverändert geblieben war.
Heute Abend lohnt es sich, in der Badewanne oder unter der Dusche drei Minuten dafür zu verwenden. Die Wassertemperatur so heiß einstellen, wie man es aushält, und die Schultern ganz dem Wasser überlassen. Nicht versuchen, den Hals aufzurichten, und den Nacken auf dem Wasser aufliegen lassen. Wenn die Kraft nachlässt, die die Schultern gehalten hat, steigt der Wasserstand etwas an.
Dasselbe Gefühl lässt sich vor dem Einschlafen unter die Decke übertragen. Die Schultern zum unteren Rand des Kissens senken und beobachten, ob sich der Abstand zwischen Ohr und Schulter um etwa zwei Fingerglieder öffnet. Es genügt, nur zu beobachten, wie lange dieser Abstand hält.
Der Dampf des Tümpels steigt weiter auf, ob jemand hinsieht oder nicht, und das Gras wird von dieser Feuchtigkeit für sich allein dunkler.
