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Tannen auf einem nebligen Waldweg

배진경·Veröffentlicht 2026-06-10 21:41 KST
Auf einem Weg ohne sichtbares Ende zählt man nur zehn Schritte
Auch wenn man nicht bis zum Ende sieht, ist der Boden unter den Füßen immer feuchte Erde
Auch wenn man nicht bis zum Ende sieht, ist der Boden unter den Füßen immer feuchte Erde / Foto Helge Juul Falberg · Pexels

Ein feuchter Erdweg führt geradewegs in den Wald hinein. Die Tannen zu beiden Seiten tragen bis in die unteren Äste ein sattes Grün, das Ende des Weges liegt im weißen Nebel und verliert seine Umrisse. Es ist früher Morgen, das Licht fällt zwischen den Zweigen hindurch, verläuft im Nebel, und der ganze Wald schwillt in einem blassen Milchton an.

Vor einer solchen Szene findet der Blick keinen Punkt mehr. Auch wer in die Ferne schauen will, sieht nur trübes Weiß, und so wandert der Blick schließlich hinunter zu den eigenen Füßen. Dann sinken die Schultern ein wenig, und mit dem Einatmen kommen der Geruch feuchter Erde und der von Nadelbäumen zugleich herein.

Wer einen Weg ohne sichtbares Ende geht, wird oft ungeduldig. Man versucht abzuschätzen, wie weit es noch ist, und verliert dabei das Gefühl der Erde, auf der man gerade steht.

Wenn vor dem Fenster auch nur ein einziger Baum zu sehen ist, kann man kurz hinausgehen und zehn Minuten darunter gehen. Wenn das nicht geht, wie wäre es, im Stehen langsam zehn Schritte zu zählen. Es genügt, die Aufmerksamkeit auf das Gefühl zu legen, mit dem die Ferse zuerst aufsetzt.

Dasselbe Zählen lässt sich auch an der Ampel fortsetzen. In den gut dreißig Sekunden, in denen man auf Grün wartet, tastet man statt des ständigen Blicks auf die andere Straßenseite kurz nach, wo die beiden Schultern gerade liegen. Ob sie dicht an den Ohren sitzen oder wie auf dem morgendlichen Waldweg langsam nach unten gesunken sind. Schon bis zum Bemerken springt die Ampel um.

Der Nebel löscht den Weg nicht aus. Er bittet nur, ein Stück näher zu kommen.

Bae Jin-kyung, Redakteurin · Breath.Social

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