
Ein Erdweg beginnt an der Unterkante des Fotos und geht in den Nebel hinein. In seiner Mitte sprießt dünnes trockenes Gras und trennt die beiden Radspuren, auf der Fahrbahn liegen verstreut kleine Kiesel und Tannennadelreste. Zu beiden Seiten steht eine Wand aus Tannen.
Die Zweige links haben sich in dunklem Grün tief herabgesenkt und bedecken das trockene Pfahlrohr am Wegrand, der Baum rechts streckt die Spitzen seiner dünnen Zweige leicht über den Weg. Dahinter stehen drei, vier verschwommene Stämme, halb vom Nebel ausgelöscht. Dass dort hinten ein weißes Licht zwischen den Bäumen wärmt, zeigt: Es ist früher Morgen, die Sonne ist gerade erst aufgegangen.
Wer auf einem solchen Weg steht, spürt die Veränderung zuerst in den Fußsohlen. Die Kiesel rollen ein wenig unter den Schuhen, und die über Nacht feucht gewordene Erde hält die Ferse einen halben Takt lang fest. So sehr sie festhält, so kurz werden die Schritte, und mit den kürzeren Schritten sinken die Schultern von selbst herab.
Die Augen entspannen sich, während sie ihren Fokus an das weiße Licht in der Ferne gehängt haben, und die Hand, die aus der Tasche gekommen ist, schwingt leicht neben dem Ellbogen. Der Atem bricht sich kühl an der Nasenspitze.
Weil der Nebel das Ende des Weges ausgelöscht hat, verliert das Grübeln darüber, wie weit man noch gehen muss, für einen Moment seine Aufgabe.
Es gibt eine Sache, für die drei Minuten genügen. Man geht aus dem Gebäude hinaus und macht zwanzig Schritte von der Stelle an, wo der Schatten der Straßenbäume beginnt. Wo der Schatten endet, dreht man um und geht die zwanzig Schritte zurück.
Dabei ließe sich das Geräusch zählen, mit dem der Fuß den Boden berührt, einen Schritt nach dem anderen. Ein einziger Baum genügt, und die Breite des Schattens, den dieser eine Baum wirft, ist der ganze Waldweg, den man heute geht.
Derselbe Gang lässt sich auch in die Nacht übertragen. Während man bei ausgeschaltetem Licht liegt und hinter den Lidern etwa zwanzig Schritte auf jenem Erdweg geht, sieht man einmal nach dem Kiefer. Man prüft nur, ob die Backenzähne aufeinanderliegen oder auseinander sind, und geht dann darüber hinweg. Lagen sie aufeinander, muss man nichts korrigieren; waren sie auseinander, heißt das nicht, dass sich etwas gebessert hätte.
Der Nebel hat es nie eilig, sich zu lichten.
