
Die Anlaufstelle, die man auf der Suche nach Arbeit aufsucht, wird zu einem Ort, der auch seelische Krisen in den Blick nimmt. Das Regionale Zentrum für psychische Gesundheit und Wohlfahrt der Provinz Jeonnam (전남도광역정신건강복지센터) unterzeichnete am 7. mit den drei Beschäftigungs- und Wohlfahrtszentren Plus (고용복지플러스센터) in Gwangju, Suncheon und Mokpo eine Vereinbarung zur Stärkung der Zusammenarbeit bei der Suizidprävention für Menschen mittleren und höheren Alters. Ziel ist, Menschen mittleren und höheren Alters, die Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Not und den Abbruch sozialer Beziehungen zugleich erleben, an Beratung, Fallmanagement und Sozialleistungen zu vermitteln. Es ist auch das Versprechen, nicht darauf zu warten, dass Menschen in einer Krise selbst an die Tür klopfen.
Die beteiligten Einrichtungen wollen Hochrisikogruppen für Suizid früh erkennen und an psychosoziale Beratung und Fallmanagement vermitteln. Vorgesehen ist auch, Beschäftigungs-, Sozial- und psychische Gesundheitsdienste gebündelt anzubieten. Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit zur Verbreitung einer Kultur der Achtung des Lebens laufen ebenfalls mit. Der Plan erweitert die Rolle der Beschäftigungs- und Wohlfahrtszentren Plus, die bisher bei der Arbeitsvermittlung blieb, um die seelische Fürsorge.
Die Statistik zeigt, warum dieser Versuch jetzt nötig ist. Nach Erhebungen des Ministeriums für Gesundheit und Wohlfahrt und des Statistikamts starben im vergangenen Jahr landesweit 14.872 Menschen durch Suizid, 29,1 je 100.000 Einwohner. In Jeonnam waren es 618 Menschen, 34,5 je 100.000 Einwohner, und damit mehr als der Landesdurchschnitt.
Ein Blick auf die Altersgruppen macht deutlich, welche Generation am stärksten zusammengebrochen ist. In Jeonnam verloren 128 Menschen in den Fünfzigern, 108 in den Sechzigern, 91 in den Vierzigern und 90 in den Siebzigern ihr Leben. Es wird auch darauf hingewiesen, dass der Anstieg der Suizidrate bei den 40- und 50-Jährigen landesweit auffällig war. Es ist die Generation, die Familie und Arbeit gleichzeitig trägt und die, wenn eine der beiden Seiten wegbricht, die wenigsten Wege hat, um Hilfe zu bitten.
Auch auf Regierungsebene läuft eine Überprüfung. Präsident Lee Jae-myung erklärte am 6. im Kabinett, das gesamte System der psychischen Gesundheitsversorgung müsse eigens überprüft werden, einschließlich der Betreuung von Depressionspatienten und der Suizidprävention. Gesundheitsministerin Jeong Eun-kyeong wies er an, den Stand der Maßnahmen bei den Kommunalverwaltungen und den beauftragten Einrichtungen selbst zu prüfen. Ministerin Jeong antwortete, ein Screening auf Depressionen sei in die nationale Gesundheitsuntersuchung aufgenommen worden, und bei jungen Menschen werde das Untersuchungsintervall auf zwei Jahre verkürzt und die Nachsorge verstärkt.
Wie die Vereinbarung in Jeonnam tatsächlich läuft, lässt sich erst abschätzen, wenn die Einzelheiten der Umsetzung vorliegen. Laufzeit, Budget und eingesetztes Personal des Vorhabens stehen nicht fest. Nach welchen Kriterien eine Beratung empfohlen und wie die Einwilligung eingeholt wird, ist ebenfalls noch zu klären. Song Je-heon, Leiter des Regionalen Zentrums für psychische Gesundheit und Wohlfahrt der Provinz Jeonnam, äußerte sich anlässlich des Abschlusses der Vereinbarung.
Klar ist dennoch, dass sich etwas geändert hat. Bisher schrieben Arbeitslose am Schalter der Arbeitsvermittlung ihren Lebenslauf, und wenn sie seelisch zusammenbrachen, mussten sie eine Einrichtung für psychische Gesundheit gesondert aufsuchen. Wenn beide Türen in einem Raum offenstehen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der mit niemandem sprechen konnte, sich zum ersten Mal jemandem gegenübersetzt. Jemanden, der seinen Lebenslauf abgibt, zu fragen, ob er in diesen Tagen gut schläft, dieser eine Satz ist es, den Jeonnam beginnen will.
