
Die Ksitigarbha-Bodhisattvas, die an drei Orten in den Tälern des Dosolsan jeweils verehrt wurden, sitzen zum ersten Mal gemeinsam in einem Ausstellungsraum in Seoul. Das Buddhistische Zentralmuseum des Jogye-Ordens des koreanischen Buddhismus und der Seonunsa teilten am 16. mit, dass sie die Sonderausstellung "Dosolsan Seonunsa - In das Seon (禪) eintreten und in den Wolken liegen" eröffnen. Die Eröffnungsfeier findet am 21. um 14 Uhr statt, die Besichtigung beginnt am Tag darauf, dem 22., und schließt am 31. Juli. Gezeigt werden 157 Stücke in 81 Posten, darunter ein Nationalschatz und elf Schätze.
Die sitzende Ksitigarbha-Figur aus vergoldeter Bronze aus der Jijang-bogung des Seonunsa, die sitzende Ksitigarbha-Figur aus vergoldeter Bronze aus der Naewongung der Dosolam, die steinerne sitzende Ksitigarbha-Figur aus der Jijangjeon der Chamdangam. Alle drei Figuren sind staatlich designiertes Kulturerbe der Stufe Schatz (Bomul), und sie sollen zwischen der späten Goryeo-Zeit und der frühen Joseon-Zeit entstanden sein. Zwei Figuren mit dünn erhaltenem Goldglanz und eine Figur, an der die Maserung des Steins offen zutage tritt, stehen unter derselben Beleuchtung. Zum ersten Mal kommen diese drei an einem Ort zusammen.
Ksitigarbha sitzt gewöhnlich in einer Gruppe, mit den Zehn Königen (시왕) oder dem Dämonenkönig Mudok (무독귀왕) an seiner Seite. Fälle einer allein aufgestellten Verehrung sind so selten, dass der Anblick von drei allein sitzenden Figuren auf einmal selbst als seltene Szene der buddhistischen Skulpturgeschichte vorgestellt wurde.
An einer der drei Figuren hängt eine Zeit, in der sie das Meer überquerte. 1936 wurde im Seonunsa der japanischen Kolonialzeit eine sitzende Ksitigarbha-Figur aus vergoldeter Bronze gestohlen und nach Japan gebracht. Als die Diebe sich selbst bei der Polizei meldeten, kam der Verbleib der Figur ans Licht, und Mönche des Seonunsa sollen bis nach Hiroshima gereist sein und sie selbst zurückgeholt haben. Die Einzelheiten des Diebstahls, des Verkaufs und des Weges der Rückholung gehen je nach Darstellung etwas auseinander.
Die zurückgekehrte Figur saß danach wieder fast 90 Jahre lang in einer Halle im Gebirge. In dieser Zeit verbrannten Besucher Räucherwerk, und die hölzernen Türrahmen trugen die Spuren des Öffnens und Schließens. Diese Ausstellung kommt dem gleich, in dieses lange, festsitzende Leben kurz eine Lücke zu schneiden.
Auch das, was zusammen mit ihnen gezeigt wird, ist beachtlich. Die Weihegaben aus dem Bauch der zum Schatz erklärten "Sitzenden Vairocana-Dreibuddha-Gruppe des Seonunsa aus modelliertem Ton" werden herausgenommen und hinter Glas gelegt, und auch die zum Nationalschatz bestimmte Bronzeglocke des Naesosa wird in die Ausstellungshalle gebracht. Die Leihgeber erstrecken sich neben dem Haupttempel und den Zweigtempeln des Seonunsa auf Songgwangsa, Yongmunsa, Buramsa, das Museum und die Bibliothek der Dongguk-Universität sowie das Horim-Museum.
Auch die Zeit der Personen bildet eine Achse. Spuren des Mönchs Baekpa Geungseon, der mitten im Seon-Streit der späten Joseon-Zeit stand, und des Mönchs Seokjeon Yeongho, der die Grundlage der modernen buddhistischen Wissenschaft legte, begleiten die Ausstellung in Gegenständen und Aufzeichnungen. Der Seonunsa ist ein Tempel, den der Seon-Meister Geomdan im Jahr 577 in Baekje, im 24. Regierungsjahr von König Wideok, gründete, und zugleich der Haupttempel des 24. Diözesanbezirks des Jogye-Ordens. Damit hat er fast 1450 Jahre auf einem Tempelgelände überdauert, und diese Dicke wird zum Gerüst der Ausstellung.
Heilige Güter aus dem Tempeltor hinauszugeben, ist immer heikel. In dem Moment, in dem ein Gegenstand der Andacht zu einem Gegenstand der Besichtigung wird, geht die Buddhafigur vom Körper des Glaubens halb in den Körper eines Museumsstücks über. Bleibt sie umgekehrt im Gebirge, sinkt die Zahl derer, die diesen Körper sehen können, stark. Was Mönch Seobong vom Buddhistischen Zentralmuseum und Mönch Gyeongu, der Abt des Seonunsa, diesmal gewählt haben, ist eine Öffnung von gut drei Monaten.
Als Begleitprogramm ist für Juni eine buddhistische Kulturvorlesung geplant, die den Wert des Kulturerbes des Seonunsa erläutert. Der genaue Zeitplan wird noch abgestimmt. Nach dem 31. Juli, an dem die Ausstellung endet, verteilen sich die drei Ksitigarbha auf ihre jeweiligen Hallen und sitzen wieder allein.
Der Zeitraum, in dem man den dreien im Ausstellungsraum in Jongno, Seoul, auf einmal gegenübersteht, beträgt drei Monate und zehn Tage. Wer diese drei danach wieder sehen will, muss zum Dosolsan fahren, und dann muss man dreimal in die Täler hinauf und hinunter. Am 22. April öffnen sich die Türen.
