
Das Licht ist niedrig. Das Orange im Glas flackert wie eine Kerzenflamme, und die Holzplatte nimmt dieses Licht auf und glänzt weich, als wäre sie eingeölt. Eine dunkelblaue Schale, daneben ein Messinglöffel und Stäbchen, ordentlich hingelegt. Der Hintergrund ist fast schwarz, die Umrisse eines Menschen lösen sich außerhalb des Fokus auf.
Wer eine solche Szene lange betrachtet, bei dem sinken die Schultern nach und nach. Während der Blick nicht in die Ferne geht, sondern innerhalb des Schalenrands verweilt, wird das Einatmen kürzer und das Ausatmen länger. Die Fingerspitzen erinnern sich an die Schale, aus der die Wärme noch nicht gewichen ist.
Am Ende des Tages essen wir häufig nicht, wir erledigen das Essen. Noch vor dem Kauen nehmen wir den nächsten Löffel, und bevor der Geschmack ankommt, ist der Teller leer.
Wie wäre es, heute Abend nur den ersten Löffel besonders langsam zu nehmen. Nach dem Hineinnehmen noch etwa dreimal kauen und vor dem Schlucken einmal ausatmen. Mit diesem einen Mal ändert sich mitunter der Rhythmus der übrigen Mahlzeit ein wenig.
Dieselbe Langsamkeit lässt sich auch mitnehmen, wenn das Licht aus ist und man unter der Decke liegt. Während man im Dunkeln ein langes Ausatmen entweichen lässt, beobachtet man in Ruhe, wie viel Spannung im Kiefer hängt. Ob die Backenzähne aufeinanderliegen, ob der Unterkiefer etwas angehoben ist. Es genügt, einfach zu wissen, wie der Zustand gerade ist, statt sich um die Feststellung zu bemühen, ob sich etwas löst oder nicht.
Die Kerze flackert weiterhin, und in der Schale bleibt Wärme.
