브레스저널 The Breath Journal

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Gefaltetes Briefpapier neben dem Tintenfass

배진경·Veröffentlicht 2026-04-09 16:38 KST
Sätze, die man nicht abschicken muss, lösen sich unter den Fingerspitzen
Auch unverschlossen tut der Satz seine Arbeit
Auch unverschlossen tut der Satz seine Arbeit / Foto cottonbro studio · Pexels

Auf der dunklen Tischplatte liegen mehrere Bogen Kraftpapier übereinander, und dazwischen wird ein einzelnes Blatt hochgehoben, dicht beschrieben mit schwarzer Schrift. An der linken Wand breitet sich das Licht des späten Nachmittags orange aus, und das Glas des Tintenfasses hält davon nur einen Punkt fest. Ein Bleistift, ein hölzerner Federhalter und ein Eukalyptusblatt beschweren den Rand des Papiers.

Beim Betrachten einer solchen Szene wird der Atem von selbst flach und lang. Wie die beiden Hände, die das Papier halten, rollen sich die Schultern etwas nach vorn, und der Blick geht über den einzelnen Buchstaben hinweg und bleibt an der ganzen Maserung der Striche hängen. Das Gefühl, dass die Fußsohlen den Boden berühren, kehrt verspätet zurück.

Wenn ein unausgesprochener Satz lange steht, wird es in der Mitte der Brust schwer. Weniger, weil es keinen Weg zum Gegenüber gibt, sondern weil er keinen Ort zum Herauskommen findet und im Inneren immer weiter kreist.

Man kann eine Ecke vom Papier abreißen und nur eine Zeile schreiben, die nicht abgeschickt wird. Den Namen des Empfängers kann man hinschreiben oder frei lassen. Wie wäre es, das Blatt nach dem Schreiben zu falten und in die Schublade zu legen oder einfach zwischen die Seiten eines Buches zu schieben?

Dieselbe Zeile darf man auch beim Warten an der Ampel im Stillen durchgehen. Ohne Papier und ohne Bleistift faltet man den Satz bis zum Grün nur im Inneren zusammen und wieder auf. Zu beobachten ist dabei, wie lang und wie kurz Einatmen und Ausatmen werden. Es genügt, einfach zuzusehen, ob sich die Länge mit jedem Satz ändert oder ob sie bleibt wie am Anfang.

Während die Tinte trocknet, wird der Raum noch etwas stiller, und das Licht wandert langsam die Wand hinunter.

Bae Jin-kyung, Redakteurin · Breath.Social

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