
Graue Wolken bedecken den ganzen Himmel, darunter stehen drei Betonschornsteine in einer Reihe. Auf der Oberfläche sind die Baufugen als Querlinien geblieben, am Geländer der Spitze sind Leitern und Podeste angebracht. Aus keinem der Schornsteine kommt Rauch. Die untere Hälfte verdecken dicht stehende Bäume, am rechten Rand ist ein Gebäude mit einem Gerüst zu sehen.
Der Schornstein war ursprünglich ein Zeichen dafür, dass eine Anlage lebt. Es gab eine Zeit, in der man aus Farbe und Menge des Rauchs die Auslastung abschätzte, und jetzt, wo dieses Zeichen verschwunden ist, bleibt nur die Masse aus Beton. Dass der Beton auch dann noch steht, wenn der Rauch aufhört, ist der Kern dieses Fotos.
Hier entscheiden sich die Kosten des Wandels. Die Emissionen zu senken beginnt damit, den Schornstein abzuschalten, doch auch nach dem Abschalten bleibt der Vermögenswert in den Büchern, und der Abriss kostet erneut Geld. Stehen lassen oder abreißen, und während diese Entscheidung aufgeschoben wird, wachsen die Bäume weiter und verdecken das Bauwerk von unten her.
Der Baumschatten unter den Schornsteinen ist schwarz zusammengeballt, weil kaum Licht hineinfällt. In diesem Dunkel treten die Umrisse einer niedrigen Mauer und eines Drahtzauns gerade noch hervor, und von Blättern verdeckt hängt eine kantige Form am Fuß des Schornsteins. Es kann eine Absperrung sein, es kann eine lange sich selbst überlassene Nebenanlage sein. Bevor man über die Höhen nachdenkt, die sich vergleichen lassen, birgt gerade der nicht einsehbare Bodenbereich die längere Zeit des aufgeschobenen Rückbaus.
Das Gerüst am rechten Gebäude ist ein Zeichen dafür, dass etwas im Gang ist. Ob gebaut oder abgetragen wird, lässt sich am Foto allein nicht erkennen. Es lohnt sich, die Höhen von Schornstein, Gerüst und Bäumen noch einmal zu vergleichen.
