
Am Rand der Wiese am Seeufer sitzt eine dunkelbraune Bank und blickt aufs Wasser. Links streckt ein Baum, der all seine Blätter abgeworfen hat, seine Äste bis über die Bank, und am fernen Berghang hängt Nebel, der einen Strommast zur Hälfte verschwinden lässt. Es ist ein Morgen mit tief stehender Sonne. Die Wasseroberfläche nimmt das blasse Blau des Himmels auf, und fünf gelbe Bojen treiben verstreut darauf.
Richtet man die Augen etwa auf die Höhe der Rückenlehne, legt sich der Blick wie von selbst entlang der langen Uferlinie auf der anderen Seite. An den Fußsohlen steigt die Kühle des Grases, das die ganze Nacht Tau aufgenommen hat, durch die Schuhsohlen herauf, und die beiden Hände auf den Knien lockern ein wenig ihren Griff. Die Schultern sinken eine Handbreit von den Ohren herab.
Sieht man eine leere Bank, möchte man unwillkürlich zur Seite treten, als käme gleich jemand, und es ist das Gefühl, selbst zum Ausruhen brauche man die Erlaubnis eines anderen, das den Körper so einen Schritt zurückweichen lässt. Die Bank weiß nichts davon.
Drei Minuten genügen. Setzen Sie sich etwa in die Mitte der Sitzfläche, wählen Sie von den fünf Bojen nur die nächstgelegene gelbe aus und begleiten Sie die kleinen Wellen, die an ihr vorbeistreifen, mit den Augen. Die Wellen treffen auf die Boje, teilen sich kurz und fließen dahinter wieder zusammen.
Verliert das Auge beim Folgen eine Welle, rollt bald eine andere heran. Verpasst man sie, macht das nichts.
Denselben Blick kann man auch am Abend nutzen, wenn man Wasser für Ramen aufgesetzt hat und zusieht, wie sich die ersten Luftbläschen vom Topfboden lösen und aufsteigen. Die Flamme des Gasherds ist blau, und die Bläschen steigen anfangs einzeln auf, bis es bald unzählig viele sind. Währenddessen achtet man nur darauf, bis wohin unterhalb des Nabels der eingeatmete Atem hinabreicht, allein auf diese Tiefe.
Steigt die Sonne noch etwas höher, wandern die Schatten der dünnen Zweige des Baumes links Faden um Faden über die leere Sitzfläche.
