
Zwei Stühle versperren den unteren Bildrand, von denen nur die Rückenlehnen zu sehen sind. Dahinter ziehen sich Schreibtische in hellem Holzton in die Länge, in der Mitte teilt sie eine niedrige graue Trennwand. Die linke Wand besteht ganz aus Glas.
Die Jalousie ist halb heruntergelassen und zerschneidet das Fenster in Querstreifen, das Licht, das dazwischen hereinfällt, ist trüb. Obwohl es Mittag ist, liegt der gesamte Innenraum in einem grünstichigen Grau.
Die Deckenbeleuchtung ist aus. Entlang des Fensters reihen sich gut zehn Leuchtstoffschienen, von denen keine einzige brennt, darüber verlaufen offen liegende Rohre und Lüftungskanäle. Was man ausschaltet, wenn niemand da ist, ist das Licht. Was sich nicht ausschalten lässt, ist etwas anderes.
Miete, Klimatechnik, Sicherheit, Nebenkosten. Auch wenn die beiden schwarzen Steckdosenboxen auf den Tischplatten offen stehen und nichts angeschlossen ist, sinken die Kosten, die dieses Stockwerk jeden Monat verursacht, kaum. Ein Büro ist nichts, was sich mit der Zahl der Beschäftigten vergrößert und verkleinert, es erstarrt in der Flächeneinheit, für die einmal ein Vertrag geschlossen wurde.
Eine dicke viereckige Säule in der Mitte teilt das Blickfeld genau in zwei Hälften. Links die Reihe am Fenster, rechts hinter der Glastrennwand ein weiterer Bereich. Auf derselben Etage gibt es mindestens zwei Arbeitsbereiche, und beide sind leer.
Beim zweiten Hinsehen ist in der Ferne nur bei einem Fenster geradeaus die Jalousie hochgezogen. Von dort schneidet sich die Skyline der Stadt in blassem Blau herein. Das ist die einzige Stelle auf diesem Foto, die nicht grau ist.
Draußen läuft es, wenn auch verschwommen, weiter, und nur drinnen steht alles still, so lässt es sich lesen, aber auch umgekehrt. Wenn die Arbeit nicht verschwunden ist, sondern nur nicht mehr über diese Fläche läuft, wird jenes blaue Stück zum Hinweis auf den Ort, an den die Arbeit abgewandert ist.
Unten links in der Ecke, zwischen den Tischbeinen, liegt halb verdeckt ein blaugrüner Gegenstand. Ob es eine liegen gelassene Tasche oder ein Stuhlteil ist, lässt sich nicht erkennen. Eine Etage, die kurz verlassen wurde, und eine, die lange leer steht, sind auf dem Foto nicht zu unterscheiden. Wer diesen Unterschied kennt, ist allein die Nebenkostenabrechnung.
