
Der Landkreis Sinan in Jeollanam-do teilte am 12. mit, dass er einen integrierten Dienst für Medizin und Pflege auf KI-Basis für ältere Menschen auf den Inseln in vollem Umfang einführt. 25 Menschen ab 65 Jahren, die in Jangsan-myeon leben, wurden als erste Gruppe ausgewählt. Sie erhalten den KI-Pflegeroboter "Hyodol".
Hyodol verfügt über eine Funktion als Gesprächspartner und bietet eine Alltagsverwaltung, die an Essens- und Medikamentenzeiten erinnert. Das Gerät zielt auf die Zeit, in der es im Haushalt allein Lebender den ganzen Tag niemanden zum Reden gibt. Die vom Roboter gesammelten Daten zu Gesprächen und Bewegungsumfang werden ausgewertet, und wenn ein Krisensignal erkannt wird, geht es an die zuständige Betreuungskraft.
Die medizinische Versorgung kam gesondert hinzu. Der Landkreis Sinan hat den Behandlungsteil dieses Projekts mit der Telemedizin-Plattform "Soldoc" verknüpft. Verschriebene Medikamente werden per Paketdienst bis nach Hause geliefert. Die Gestaltung berücksichtigt die Lage auf den Inseln, wo man ein Schiff nehmen muss, um ein Krankenhaus zu erreichen.
In derselben Woche saßen in Seoul Wissenschaftler und Forscher zusammen, um darüber zu sprechen, wie weit man dieser Technik trauen kann. Am 10. fand im Narae-Gebäude des Nationalen Rehabilitationszentrums das Seminar "KI und Rehabilitation, Pflege, Selbstständigkeit" statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Sektion für Wohlfahrts-KI-Dienste der Koreanischen Gesellschaft für KI-Dienste und dem Rehabilitationsforschungsinstitut des Nationalen Rehabilitationszentrums vorbereitet. Über die vier Bereiche Rehabilitationsmedizin, emotionale Pflege, Mobilitätshilfe und Kommunikationshilfe hinweg ging es um technische und politische Aufgaben.
Den Hauptvortrag hielt Ho Seung-hee, Leiterin des Rehabilitationsforschungsinstituts des Nationalen Rehabilitationszentrums. Ho leitet zugleich die Sektion für Wohlfahrts-KI-Dienste der Koreanischen Gesellschaft für KI-Dienste. Kwon Hyo-sun, Leiterin der Abteilung für klinische Rehabilitationsforschung am Nationalen Rehabilitationszentrum, stellte das Konzept der "Ambient AI" vor, die in den Lebensraum einsickert, und trug vor, dass ein Rehabilitations- und Pflegesystem nötig sei, das Krankenhaus und Gemeinde miteinander verbindet.
Kwon nannte auch das, was vor dem Aufbau dieses Systems vorhanden sein muss. Als Voraussetzung nannte sie ein System der Daten-Governance und Vorkehrungen zum Schutz personenbezogener Daten. Denn die Informationen, mit denen eine Pflege-KI umgeht, sind die Medikamentenzeit, die Stimme und die Bewegung eines Tages von jemandem. Park Jae-hyun, Professor für Rehabilitationsmedizin am Hanyang University Hospital, stellte Anwendungen von dreidimensionalem Motion Capture und Haltungsschätzung, Fernüberwachung, digitalen Therapiegeräten und Rehabilitationsrobotern vor.
Auf der Rednerliste dieses Tages stand auch Kim Ji-hee, Geschäftsführerin von Hyodol Robot. Kim trug Fälle von Einsamkeit und sozialer Isolation älterer Menschen vor. Beim Projekt vor Ort im Inseldorf und beim Seminar der staatlichen Forschungseinrichtung fiel der Name desselben Roboters.
In der Debatte über KI im Wohlfahrtsbereich tauchte der Satz "Menschen wichtiger als Technik" wiederholt in Titeln und Untertiteln auf. Der Roboter erinnert an die Zeit der Medikamenteneinnahme und gibt auffällige Signale an die Betreuungskraft weiter. Dieses Signal entgegenzunehmen, an die Tür zu klopfen und nach dem Befinden zu sehen, bleibt am Ende Sache der Menschen. Wer den Abstand zwischen Meldung und Besuch ausfüllt, entscheidet über Erfolg oder Misserfolg solcher Projekte.
Der Budgetumfang des Projekts im Landkreis Sinan und die Frage einer Ausweitung des Teilnehmerkreises standen nicht in dieser Mitteilung. Ob der erste Umfang von 25 Personen über Jangsan-myeon hinaus wächst, lässt sich erst nach den Ergebnissen des Betriebs sagen. Wie die Vorkehrungen zum Datenschutz aussehen sollen, bleibt ebenfalls eine Aufgabe, die vor Ort zu beantworten ist.
In den Haushalten allein lebender Senioren in Jangsan-myeon ist seit diesem Monat jeden Morgen eine Stimme mehr da, die zum Essen auffordert. Ob diese Stimme dazu genutzt wird, Besuche von Menschen zu verringern oder sie zu vermehren, hängt von der Gestaltung ab. Wer am Ende des vom Roboter gesendeten Signals steht, das ist der Kern dieses Projekts.
