
1,6 Millionen weiße Klumpen. So viele Altbojen aus Styropor hat der Landkreis Haenam in Jeollanam-do von 2015 bis zum vergangenen Jahr an der Küste eingesammelt. Zusammengenommen sind das mehr als 220 Tonnen, die eingesparten Haushaltsmittel wurden auf rund 3,3 Milliarden Won beziffert. Das seit zehn Jahren laufende Projekt kam bei einer Vor-Ort-Prüfung durch das Ministerium für Meeresangelegenheiten und Fischerei (해양수산부) und die Korea Fisheries Infrastructure Promotion Association (한국어촌어항공단) auf den Prüfstand, ob es sich als Modell auf andere Regionen übertragen lässt.
Styroporbojen, die an Aquakulturanlagen hängen, werden von Wellen und UV-Strahlung zermürbt und zerbröseln. Dass diese Krümel ins Meer treiben und zu Mikroplastik werden, wird seit Langem beanstandet. Die Regierung hat die Neuinstallation an Aquakulturanlagen ab November 2023 vollständig verboten. Doch auch wenn eine Verbotslinie gezogen ist, verschwindet das nicht, was auf dem Meer trieb.
Der Ansatz des Landkreises Haenam besteht darin, die Bojen nicht in die Stadt zu transportieren. Eine mobile Anlage, die das Material zerkleinert und es dann durch Pressen und Erhitzen im Volumen verringert, wird auf ein Fahrzeug geladen, fährt die neun an die Küste grenzenden Gemeinden (면) des Kreises ab und verarbeitet die Bojen unmittelbar vor Ort. Fischer und die "Wächter der Meeresumwelt" (바다환경지킴이), das eigens für das Einsammeln von Meeresmüll zuständige Personal, tragen die Altbojen an ausgewiesenen Plätzen zusammen, dann kommt das Fahrzeug zur Volumenreduzierung dorthin, das ist die Reihenfolge. Entscheidend ist, dass diese Reihenfolge in einer Abfallverwaltung, in der die Transportkosten die Entsorgungskosten sind, umgedreht wurde.
Die im Volumen verkleinerten Klumpen werden nicht weggeworfen, sondern verkauft. Das gepresste und geformte Altstyropor wird als Rohstoff für Bilderrahmen und Baumaterialien verwendet, und der Landkreis erzielt mit dem Verkauf Einnahmen außerhalb der Steuern. Die eingesparten Kosten für die Fremdentsorgung und die Erlöse aus dem Verkauf des Rohstoffs ergeben zusammen das Ergebnis von 3,3 Milliarden Won. Bis Ende Mai dieses Jahres wurden rund 12 Tonnen verarbeitet.

Die Ergebnisse wurden auch von außen bestätigt. Der Hauptpreis für die beste Kommune bei der Steuerzahlerbewegung für den richtigen Umgang mit Steuern (세금바로쓰기 납세자운동) 2024 und der vom Umweltministerium und SBS gemeinsam ausgerichtete "Klima- und Umweltpreis 2025" gingen nacheinander an den Landkreis Haenam. Auch beim 15. Produktivitätspreis der Kommunen, bei dem 147 Kommunen im ganzen Land in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt, Kultur und Soziales gegeneinander antraten, wurde der Kreis als vorbildliches Beispiel im Bereich Umwelt genannt. Ausgerichtet wurde er vom Ministerium für Inneres und Sicherheit (행정안전부).
Am 19. des vergangenen Monats fand im Hafen Songpyeong in der Gemeinde Hwasan eine Prüfung statt. Betrachtet wurde, ob die Verarbeitungskapazität im Verhältnis zur anfallenden Menge an Altbojen ausreicht und ob der Betrieb der Anlage zur Volumenreduzierung effizient und wirtschaftlich ist. Auch darüber, wie man beim Ausweiten des Recyclings und beim Schutz der Meeresumwelt zusammenarbeiten kann, wurde gemeinsam beraten.
Ein Preis allein garantiert freilich keine landesweite Ausweitung. Folgepläne und die Aufnahme in den Haushalt stehen nicht fest, und es gibt auch keine Garantie, dass die Bedingungen in Haenam unverändert auf andere Küstenkommunen passen. Der Landkreis hat erklärt, er wolle die Ergebnisse des Projekts weitergeben und bei der Verringerung von Meeresmüll, beim Umgang mit dem Klimawandel und bei der Verwirklichung der Klimaneutralität zusammenarbeiten.
Styropor, das vom Meer angespült wird, zerbröselt, wenn man es in die Hand nimmt. Wer weiß, wohin diese Krümel gelangen, geht an einem weißen Stück am Strand nur noch schwer vorbei. Wer am nächsten Wochenende ans Meer fährt, sollte eine Tüte einpacken, um ein paar weiße Stücke aufzusammeln. Auch die Arbeit der Fahrzeuge zur Volumenreduzierung in Haenam besteht am Ende darin, diese Stücke zu fassen, bevor sie sich im Wasser verteilen.
