
Der Himmel ist fast schwarz. Entlang des unteren Bergrückens breitet sich ein blasses oranges Licht aus, darüber sind die Sterne fein verstreut. Die Bäume stehen als schwarze Massen da, von denen nur die Umrisse bleiben, einzelne Blätter lassen sich nicht unterscheiden. Die Luft ist kühl, Geräusche sind nicht zu hören.
Bei einem solchen Anblick legt sich der Nacken nach hinten, und das Kinn hebt sich ein wenig. Die Augen finden nichts, worauf sie scharf stellen könnten, und lösen sich in die Ferne, in diesem Moment entspannt sich die Stirn von selbst. Der Atem wird nicht flacher, sondern länger. Die Schultern sinken von den Ohren etwas herab.
Tagsüber hat sich der Geist ständig bemüht, etwas zu treffen. Am Nachthimmel gibt es nichts zu treffen. Man kennt die Namen der Sterne nicht, und auch ohne sie zu zählen, nimmt das Bild keinen Schaden.
Man kann ans Fenster gehen, das Licht ausschalten und den Kopf heben. Es macht nichts, wenn keine Sterne zu sehen sind. Wie wäre es, einen Abschnitt des schwarzen Himmels auszuwählen und ihn so zu lassen, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, etwa für die Dauer von drei langen Ausatmungen.
Derselbe Schritt entsteht auch beim Abwasch spät in der Nacht. Während das Wasser weiter über das Geschirr läuft, kann man den Blick nach draußen in den dunklen Hof gleiten lassen, dann bewegen sich die Hände für sich, und die Augen lösen sich in die Ferne. Dann genügt es, zu bemerken, wie verspannt der Nacken ist und ob der Strang, der unter dem Ohr zur Schulter hinabläuft, steif oder weich geworden ist. Auch wenn sich nichts ändert, bleibt das Bemerkte als Bemerktes bestehen.
Je dichter die Dunkelheit wird, desto deutlicher wird das Licht, das bleibt.
