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Die Scheibe dreht sich, die Hände bleiben

편집부·Veröffentlicht 2026-03-30 09:19 KST
Der Moment, in dem zwei lehmverschmierte Hände die Höhe des Gefäßes bestimmen
Die Geschwindigkeit gehört der Scheibe, die Form den Händen
Die Geschwindigkeit gehört der Scheibe, die Form den Händen / Foto Sóc Năng Động · Pexels

Die Scheibe dreht sich, und das Muster am Rand ist in die Länge gezogen. Eine Maserung aus Grau und Dunkelblau fließt im Kreis, und in ihrer Mitte ist allein das nasse Gefäß scharf zu sehen. Der Handrücken, auf dem der Tonschlicker getrocknet ist, ist weiß aufgesprungen, und die Finger sind innen über den Rand des Gefäßes gefahren und schieben die Wand von innen nach oben.

Auf dem Foto bewegen sich nur die Hände nicht. Die Scheibe dreht sich und der Ton steigt, doch die Hände bleiben an ihrem Platz. Dass die Form durch den Ort des Verweilens entsteht und weniger durch Kraft, steht in diesem einen Bild.

Keramik ist eine alte Technik und zugleich eine höchst unmittelbare. Vor dem Brennofen entscheidet sich das Schicksal des Gefäßes fast vollständig in wenigen Sekunden durch den Druck der Fingerspitzen. Die Zeit, die es braucht, diese wenigen Sekunden dem Körper einzuschreiben, nennen wir gewöhnlich Erfahrung.

Der rote Stoff im Hintergrund, der unscharfe Boden, der Saum des Kleidungsstücks über der Schulter, alles ist aus dem Fokus zurückgetreten. Je unschärfer die Welt wird, desto deutlicher werden die Hände.

Außerhalb der Scheibe liegen auf einem mit Tonschlicker bespritzten Holzregal ein abgenutzter Schwamm und ein abgeschnittener Angelfaden achtlos herum. Es sind Gegenstände, die bis eben in der Hand lagen und dann abgelegt wurden. Erst in dieser Ecke, in der die Drehung zum Stillstand gekommen ist, zeigt das Werkzeug seine eigene Gestalt, und es zeigt sich, dass der Fluss in der Bildmitte in Wirklichkeit von mehreren Unterbrechungen durchsetzt war. Die Vollendung kommt nicht allein während des Drehens.

Sieht man erneut auf das Foto, ist die Wand des Gefäßes noch niedrig. Was nach dieser Szene aufsteigen wird, wissen allein diese beiden Hände.

Redaktion · Breath.Culture

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