
In Jeongseon in Gangwon findet am Ende des Winters das Jeongseoner Memil-jeonbyeong-Festival statt. In einem Dorf am Berghang, wo der Schnee immer wieder schmilzt und gefriert, verabschiedet die Veranstaltung eine Jahreszeit mit dem Geräusch des Teigs auf der Eisenplatte. Eine Speise, die über schwer zu überstehende Jahreszeiten half, ist zum Namen eines Festes geworden.
Memil-jeonbyeong ist kein prächtiges Gericht. Man bäckt den dunklen graubraunen Teig dünn aus, legt sauer gewordenes Kimchi und Rettichstreifen hinein und rollt ihn auf, damit ist es fertig. In dem Moment, in dem er die heiße Eisenplatte berührt, spritzt das Perillaöl hörbar, und der herbe, nussige Geruch aus den Buchweizenschalen sammelt sich unter dem Zeltdach.
Die diesjährige Veranstaltung ist um die beiden Schwerpunkte Essen und Mitmachangebote herum aufgebaut. Statt das Angebot der Vorjahre unverändert zu lassen, wurde es um eine auf jüngere Geschmäcker abgestimmte Zusammenstellung ergänzt. Der genaue Zeitplan und die Teilnahmegebühren sind noch nicht veröffentlicht, die Region informiert darüber, sobald sie feststehen.
Jeongseon ist eine Gegend, in der Reisfelder selten sind. Buchweizen blüht und setzt auch an kargen Hängen in gut zwei Monaten Körner an, deshalb wurde er als Getreide angebaut, das die Lücken der Missernten füllte. Das Jeonbyeong war die Art, dieses Getreide mit den wenigsten Zutaten sättigend zu essen. Dass es keine Festspeise war, ist der Ausgangspunkt dieses Festivals.

Wenn die Erinnerung an die Notzeit in ein touristisches Produkt übergeht, entsteht Spannung. Passt man die Füllung dem verkäuflichen Geschmack an und verkleinert die Größe, kommen mehr Gäste, aber es verschwimmt, warum diese Speise entstanden ist. Beharrt man umgekehrt auf der alten Zubereitung, kommen weniger Leute. Jeongseons Entscheidung wird Jahr für Jahr ein Stück weit neu justiert.
Deshalb gehören auf diesem Festival das Kosten des Jeonbyeong auf dem Teller und die Frage, in welchem Haus die Hand, die es bäckt, es gelernt hat, zusammen. Das Zweite steht auf keiner Hinweistafel. Wer neben dem Zelt steht und ein paar Worte mit der Person am Feuer wechselt, bekommt die Antwort.
Kurz bevor der Winter vertrocknet und der Frühling kommt, ist der Berg noch braun. Wie der Teig in dieser Farbe auf der Eisenplatte aufgeht und zusammengeklappt wird, ist ein Bild der Jahreszeit, das nur in Jeongseon zu sehen ist. Sobald der Termin feststeht, lohnt es sich, einen Tag frei zu halten.
Informationen zur Veranstaltung
Termin: Ende des Winters 2026
Ort: Jeongseon, Gangwon
Hauptprogramm: Memil-jeonbyeong, Essen und Mitmachangebote
