
Die Sonne ist hinter das Gebäude gesunken, und nur die rechte Wand der Gasse bleibt gelb. Die Bögen auf der linken Seite liegen im blauen Schatten, und das Steinpflaster kühlt ab, die Spuren des Tages noch in sich tragend. Drei Straßenlaternen sind in einer Reihe in die Gasse hinein angegangen. Jetzt ist die Zeit, die weder hell noch dunkel ist.
In der Gasse zu dieser Zeit sind Menschen unterwegs. Schritte zum Abendeinkauf, Schritte nach dem Unterricht nach Hause, Schritte gerade hinaus zur Arbeit streifen einander auf diesem Steinpflaster. Es ist ein kurzer Abschnitt, in dem die Stadt des Tages und die Stadt der Nacht einander ablösen, und diese Ablösung tragen meist jene, die am längsten draußen sind.
Die Straßenlaternen können nicht die ganze Gasse erhellen. Zwischen Licht und Licht entsteht immer ein dunkler Abschnitt, und wie man diesen Abstand aushält, ist bei jedem, der geht, verschieden. Für die einen ist es eine vertraute Abkürzung, für die anderen ein Weg, auf dem sie täglich ein wenig den Atem anhalten. Das Wort Fürsorge kommt wohl dem nahe, diesen Abstand zu verkleinern.
Die Linie, an der die gelbe Wand und der blaue Schatten sich treffen, knickt etwa in der Mitte der rechten Wand schräg ab. Diese Linie bleibt nicht stehen. Sinkt die Sonne noch etwas tiefer, schiebt sie sich die Wand hinauf, und wer auf der gelben Seite stand, geht nach wenigen Schritten auf die blaue Seite über. Die Dunkelheit der Gasse ist, noch bevor sie eine Frage des Aus- und Angehens der Laternen ist, auch ein Vorgang, bei dem diese Grenze einmal am Tag über die Wand streicht.
Je enger die Gasse, desto mehr sehen die Fenster einander an. Es gibt Abende, an denen ein erleuchtetes Fenster bis zu den Füßen dessen herabreicht, der unten vorbeigeht, und solche Abende übernehmen den Teil, den die Straßenlaternen nicht geschafft haben. Wie viele von jenen Fenstern auf dem Foto erleuchtet sind, zählt man noch einmal nach.
