
Das National Institute of Ecology (국립생태원) hat am 6. die Ergebnisse der landesweiten Detailerhebung der Brutplätze des Schwarzgesichtlöfflers für 2026 veröffentlicht. In der diesjährigen Brutzeit wurden im Inland rund 3300 Brutpaare bestätigt. Das sind rund 700 Paare mehr als im vergangenen Jahr mit rund 2600 Paaren. Für die Brutpaare im Inland ist das der höchste erfasste Wert.
Auch das Brutgebiet hat sich nach Süden ausgeweitet. Auf der Insel Janggu in Suncheon in der Provinz Jeonnam wurde die erste Brut des Schwarzgesichtlöfflers an der Südküste bestätigt. Bisher brütete der Schwarzgesichtlöffler vor allem auf unbewohnten Inseln an der Westküste. Auch auf Maedorang bei Yeongjongdo in Incheon wurde eine Brut erfasst, den Anhaltspunkt lieferte ein Hinweis des Korea Waterbird Network (한국물새네트워크).
Der Schwarzgesichtlöffler ist als gefährdete Wildart der Klasse 1 eingestuft und gilt international als vom Aussterben bedrohte Art. Der weltweite Bestand wird auf rund 7700 Tiere beziffert. Mehr als 90 Prozent davon brüten auf der koreanischen Halbinsel. Die Wattflächen und unbewohnten Inseln Koreas tragen den Fortbestand dieser Art faktisch.
Er wird 60-78,5 cm lang, der Körper ist weiß, Schnabel und Beine sind schwarz. Die Brutzeit dauert von April bis Juli. Im April und Mai legt er zwei oder drei, höchstens vier Eier und brütet sie etwa 25 Tage lang aus. Bis die Jungen aufgezogen und flügge sind, vergehen weitere 40 Tage.
Die Stadt Suncheon teilte am 7. mit, auf der Insel Janggu 15 Nester festgestellt zu haben. Auch Tiere, die Eier ausbrüteten oder Junge aufzogen, gerieten vor die Kamera. In den durch Rückdeichung wiederhergestellten Feuchtgebieten der Suncheon-Bucht wurden rund 50 Schwarzgesichtlöffler beobachtet. Dort wurde Land, das für Reisfelder eingedeicht war, dem Meer zurückgegeben.
Das National Institute of Ecology hat seit 2020 den "Kooperationsrat Incheon für das Zusammenleben mit dem Schwarzgesichtlöffler" (인천 저어새 공존협의체) eingerichtet und gemeinsam mit beteiligten Institutionen, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Organisationen die Brutplätze landesweit genau erhoben und die Lebensraumbedingungen hergerichtet. Auch auf Gaksiam im Landkreis Ganghwa liefen Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbedingungen. Verglichen mit den Aufzeichnungen, wonach Anfang der 1990er Jahre weltweit nur noch 300-500 Tiere übrig waren, ist das Ausmaß der Veränderung deutlich.
Eine Zunahme in einem einzelnen Jahr lässt sich freilich noch nicht als Trend lesen. Welchen Anteil das erweiterte Untersuchungsgebiet und die dichteren Beobachtungen daran haben, klärt sich erst, wenn mehr Jahreswerte vorliegen. Dass an der Südküste ein neuer Brutplatz entstanden ist, lässt sich trotzdem nicht mit der Erhebungsmethode erklären.
Im Herbst ziehen die Schwarzgesichtlöffler nach Hongkong, Taiwan und Vietnam und überwintern dort. Das Watt im August ist der Ort, an dem sich die Jungvögel ein letztes Mal Fett anfressen. Wer in dieser Jahreszeit das Watt an der Suncheon-Bucht oder auf Yeongjongdo besucht, steigt besser nicht vom Deichweg herunter und hält den Abstand des Fernglases. Jeder Schritt, den der Mensch zurücktritt, verändert die Zahl der Tiere, die in der Erhebungstabelle des kommenden Jahres steht.
