
Das Land, das ein Männchen zum Leben braucht, umfasst etwa 1.400㎢, ein Weibchen etwa 400㎢. Das Ministerium für Klima, Energie und Umwelt (기후에너지환경부) teilte am 1. mit, dass es den Tiger, ein gefährdetes Wildtier der Klasse Ⅰ, zum "gefährdeten Wildtier des Monats" für Juli gewählt hat. Seit dieses Tier, das allein einen Wald von mehr als der doppelten Fläche Seouls nutzt, im Süden der koreanischen Halbinsel verschwunden ist, sind 100 Jahre vergangen. Der letzte in Südkorea dokumentierte Tiger ist ein Tier, das 1924 in Hoengseong in der Provinz Gangwon gefangen wurde.
Der zu den Katzen gehörende Tiger wird in insgesamt neun Unterarten eingeteilt. Davon sind die drei Unterarten Kaspischer, Java- und Bali-Tiger vollständig von der Erde verschwunden, geblieben sind die sechs Unterarten Bengal-, Amur-, Sumatra-, Indochina-, Malaysia- und Südchina-Tiger. Auf der koreanischen Halbinsel lebte der Amurtiger (Panthera tigris altaica), der eine Körperlänge von 140-280㎝ und ein Gewicht von 100-250㎏ erreicht. Es wird lediglich vermutet, dass in der Region Hamgyong in Nordkorea einige wenige Tiere übrig sind, im Süden lässt sich nicht einmal eine Spur nachweisen.
Der Hergang des Verschwindens ist eindeutig. Als unmittelbare Ursachen gelten die Kampagne zur Ausrottung von Schadtieren in der japanischen Kolonialzeit und die Überjagung zur Gewinnung von Tigerfellen. Doch mit den Schüssen jener Zeit allein lässt sich die heutige Leere nicht vollständig erklären. Weltweit gelten als Bedrohungen für den Tiger die Zerstörung des Lebensraums, der Rückgang der Beutetiere und der Konflikt mit menschlichen Aktivitäten.
Diese drei sind allesamt Fragen des Landes. Der Tiger lebt in dichten Bergwäldern und in den Wäldern an Tälern und Flüssen und frisst Wildschweine und Hirsche. Damit ein großer Beutegreifer bestehen kann, müssen genügend pflanzenfressende Beutetiere vorhanden sein, und dafür muss der Wald ohne Unterbrechung zusammenhängen. Dass im Fernen Osten Russlands die meisten Tiere übrig sind und sich das Verbreitungsgebiet beobachtbar in Richtung der chinesischen Provinzen Jilin und Heilongjiang ausweitet, liegt daran, dass dort Wald in entsprechender Größe erhalten ist.
Entscheidungen über Land sind immer schwierig. Das Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr und die Stadt Seoul setzten im November 2024 das Gebiet Seoripul 1 und 2 im Bezirk Seocho mit der Begründung, die Schädigung sei fortgeschritten und der Erhaltungswert gering, auf die Kandidatenliste für die Entwicklung öffentlicher Wohnungen. Bei der anschließenden strategischen Umweltprüfung für das Gebiet Seoripul 2 wurden sieben gesetzlich geschützte Arten wie Habicht, Sperber, Koreanischer Krötenfrosch, Fischotter und Zwergohreule innerhalb und außerhalb des Gebiets nachgewiesen, in der Literatur wurden zusätzlich 16 gesetzlich geschützte Arten und 29 von der Stadt Seoul geschützte Wildtiere verzeichnet. Der Stadtrat von Seoul und der Bezirksrat von Seocho nahmen die Petitionen für den Erhalt an, auch rund 9.500 Gläubige einer nahe gelegenen katholischen Kirche fordern den Erhalt.

Wohnungen werden gebraucht, und Lebewesen werden gebraucht. Aufmerksamkeit findet deshalb derzeit ein Ansatz, der beides auf einer Fläche unterbringt, statt eines von beidem zu wählen. Im US-Bundesstaat Kalifornien lebt der San-Joaquin-Kitfuchs, der kleinste Fuchs Nordamerikas. Dieser gut 50㎝ lange Fuchs war einst auf rund 30.000㎢ im Central Valley verbreitet, heute ist er nur noch auf weniger als 10 % des früheren Lebensraums übrig, und 1967 wurde er als bundesweit gefährdete Art ausgewiesen.
Ein Forschungsteam des Endangered Species Recovery Program der California State University verfolgte diesen Fuchs in den Solarkraftwerken Topaz und Panoche Valley jeweils rund drei Jahre lang mit GPS-Halsbändern und Funksendern. Beide Kraftwerke wurden auf Land gebaut, das der Fish and Wildlife Service als Kernlebensraum des Kitfuchses eingestuft hat, und es wurden Maßnahmen wie ein Spalt von 12-15㎝ unter den Zäunen angewandt. Die Füchse bewegten sich frei in das Kraftwerksgelände hinein und hinaus und gruben Baue, einige hinterließen Spuren einer Fortpflanzung innerhalb des Geländes.
Den Tiger in die Berge Südkoreas zurückzubringen, steht derzeit nicht zur Diskussion. Die Lehre, die dieses Tier hinterlassen hat, ist stattdessen weit praktischer. Große Tiere verschwinden von dem Moment an still, in dem ihr Lebensraum zerstückelt wird, und dieses Ergebnis kehrt auch nach 100 Jahren nicht zurück.
Wer ein gefährdetes Wildtier der Klasse Ⅰ ohne Genehmigung fängt oder tötet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe von mindestens 5 Millionen bis höchstens 50 Millionen Won bestraft. Auch wenn eine Art per Gesetz ausgewiesen wird, ist damit nicht auch das Land geschützt, auf dem sie steht.
Jeder kann nachprüfen, auf welchen Plänen die Berghänge und Flussufer des eigenen Wohngebiets derzeit liegen. Es genügt, bei der öffentlichen Auslegung eines Entwicklungsplans einmal die Umweltverträglichkeitsprüfung aufzuschlagen und zu lesen, welche Lebewesen dort verzeichnet sind. Auf den Internetseiten des National Institute of Biological Resources (nibr.go.kr) und des National Institute of Ecology (nie.re.kr) ist die Liste der bei uns verbliebenen gefährdeten Arten zusammengestellt.
