
Auf dem Blech liegt eine dünne Schicht Mehl, und vier runde Teigstücke liegen mit Abstand zueinander. Die Ofenöffnung dahinter ist rot aufgeheizt und gibt orangefarbenes Licht ab, das die Ränder des Teigs berührt und blasse Schatten wirft. Ein Fenster ist nicht zu sehen, aber es bleibt eine Dunkelheit, die nach einer Küche am frühen Morgen aussieht.
Vor einer solchen Szene lockert sich der Blick von selbst. Weil es nichts Bestimmtes zu betrachten gibt, wandert der Blick über die unscharfen Umrisse des Teigs und bleibt stehen. Die Schultern sinken eine halbe Handbreit, und der Atem kommt länger herein als sonst.
Für einen Moment kehrt das Gefühl zurück, dass man sich nicht beeilen muss. Teig geht nicht auf, wenn man ihn drängt, und der Ofen backt nicht schneller, wenn man ihn hart antreibt.
Atmen wir dort, wo wir gerade sind, einmal tief durch die Nase ein. Ob Kaffee, Seife oder die Luft vor dem Fenster, wie wäre es, dem Geruch einen Namen zu geben und ihm folgend noch zwei-, dreimal langsam einzuatmen. Drei Minuten reichen.
Man kann dieselben drei Atemzüge auch ans Ende des abendlichen Abwaschs verlegen. Während man das Geschirr abspült und darauf wartet, dass das Wasser abläuft, stehen die Hände still und die Küche wird ruhiger als am Tag. Dann schaut man einmal nach, in welchem Zustand der Nacken ist. Ob er steif verspannt ist, ob er zu den Schultern hochgezogen ist oder ob da kein besonderes Gefühl ist, man darf es einfach nur feststellen und weitergehen.
Im Inneren des Ofens ist kein Laut zu hören, und das Mehl wartet still darauf, aufzugehen.
