
Das Gold und die buddhistische Bildhauerei des tausendjährigen Silla treten in Paris vor das Publikum. Eine Ausstellung, die Silla zum alleinigen Thema hat, findet damit zum ersten Mal in Europa statt. Die Ästhetik der Goldkrone und die des sinnenden Bodhisattva sind gemeinsam in einem Ausstellungsraum zu sehen.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Goldkrone. Aus papierdünn ausgewalzten Goldblechen geschnittene und aufgerichtete Zweig- und Geweihformen, dazwischen hängende Krummperlen und runde Goldplättchen bilden die Sprache der Goldschmiedekunst von Silla. Der Schmuck, der sich ursprünglich bei jedem Schritt bewegte und einen leisen metallischen Klang erzeugte, steht heute ohne Ton da und hat nur das Licht behalten.
Der sinnende Bodhisattva zeigt eine Schönheit anderer Art. Die Haltung mit dem rechten Fuß auf dem linken Knie und den Fingerspitzen nahe der Wange, der kühle, niedrige Glanz der vergoldeten Bronzeoberfläche und das kaum angedeutete Lächeln um den Mund, mehr ist es nicht. Wenn die Goldkrone der Glanz der Macht ist, kommt diese Figur einem in Körperform erstarrten Denken nahe.
Gold verfärbt sich nicht. Dass es auch nach fast eineinhalbtausend Jahren seine ursprüngliche Farbe behält, macht dieses Metall besonders. Dünne Goldbleche sind allerdings empfindlich gegen Erschütterungen und Stöße, und ein Transport über Grenzen hinweg bringt den Aufwand für Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle sowie für die Verpackung mit sich.

Steht die Bewahrung im Vordergrund, kommen die Objekte nicht aus dem Depot heraus, steht die Nutzung im Vordergrund, nutzen sie sich ab. Dass es die erste eigenständige Ausstellung in Europa ist, ist das Ergebnis der Entscheidung, diese Spannung in Kauf zu nehmen. In welche Linien das europäische Publikum das Gold von Silla einordnet, wird sich im Ausstellungsraum zeigen.
Wer einen Besuch plant, fährt besser, wenn er Eröffnungstermin, Eintrittspreise und Buchungsverfahren zuvor über die Mitteilungen des Veranstalters prüft. Die Einzelheiten werden über die endgültige Ankündigung bekannt gegeben. Bei der Entscheidung, ob man einen Tag in den Paris-Aufenthalt einschiebt, dient diese Ankündigung als Maßstab.
Auch für Leser, die es schwer nach Paris schaffen, gibt es einen Weg. Goldkronen und vergoldete Bronzeskulpturen aus Silla sind Objekte, die auch in Ausstellungsräumen im Inland zu sehen sind, und der Ort, an dem die Originale der nach Europa gereisten Ästhetik liegen, ist letztlich dieses Land. Wer neugierig auf das Gold im Pariser Licht geworden ist, kann zunächst einmal den Silla-Saal eines nahe gelegenen Museums durchschreiten.
Veranstaltungsinformationen
Ort: Paris, Frankreich
Inhalt: Erste eigenständige Silla-Ausstellung in Europa - Goldkrone, sinnender Bodhisattva und weitere
Termin, Preise, Buchung: Bekanntgabe über die Mitteilungen des Veranstalters
