
Der Nebel hat den Park halb ausgelöscht. Von den Bäumen im Hintergrund blieben nur die Umrisse, zwischen Himmel und Rasen hängt ein weißes Band. Davor steht ein schwarzes Stahlgerüst. Zwei Querstangen, acht Beine und ein leerer Raum, in dem nichts hängt.
Ein Schaukelgestell bleibt ein Schaukelgestell, auch ohne Schaukel. Die Spuren, wo die Sitze hingen, der Boden, den die Fußspitzen ausgehöhlt haben, die Reihe, in der die Kinder auf ihren Platz warteten, all das ist als Form geblieben. Den Belag darunter hat vermutlich jemand verlegt, damit ein Sturz weniger wehtut. Die Vorbereitung ist geblieben, aber niemand ist zu sehen, der sie nutzt.
In der Bildmitte überquert eine Person in blauer Kleidung den Weg. Sie geht vorbei, ohne stehen zu bleiben. Ein Spielplatz ist ein Ort, der von Geräuschen gefüllt wird, und wenn es still wird, wirkt er besonders groß und leer. Es kann daran liegen, dass es weniger Kinder gibt, oder daran, dass die Zeit für die Nachhilfeschule die Zeit zum Spielen verdrängt hat, oder einfach daran, dass es ein nebliger Wochentagsnachmittag ist.
Wenn eine Stadt etwas für Kinder baut, baut sie es meist aus Stahl und Beton. Es ist stabil und bleibt lange. Deshalb kommt der Moment, in dem alle Kinder fort sind und nur das Gerüst bleibt.
Das verbliebene Spielgerät trifft keine Schuld. Es hält nur weiter in Erinnerung, wofür es aufgestellt wurde.
Am rechten Bildrand steht, vom Rahmen halb abgeschnitten, ein grüner Abfalleimer. Der Deckel ist geschlossen, ringsum liegt nichts verstreut. Er wurde aufgestellt, damit sich Eisstiele und zerknüllte Keksverpackungen darin sammeln, doch er ist sauber, als hätte es seit Tagen nichts zu leeren gegeben. Vom Nebel feucht und nur in der Farbe dunkler geworden, meldet dieser Eimer noch leiser als das Schaukelgestell, dass hier seit geraumer Zeit niemand mehr vorbeigekommen ist.
Noch einmal ein Blick auf das Foto. Hängt man zwei Schaukeln an diese Querstange, wird daraus wieder ein Spielplatz. Das heißt auch, dass nicht mehr als das übrig geblieben ist.
