
Bei einer Onlinebefragung, die das Forschungsinstitut PMI (피앰아이) an den drei Tagen vom 15. bis 17. landesweit unter 2.820 Männern und Frauen im Alter von 19 bis 59 Jahren durchgeführt hat, gaben 71,7 Prozent der Befragten an, den Umweltschutz als „dringendes Problem" zu sehen. Im Einzelnen entfielen 36,8 Prozent auf „sehr dringend" und 34,9 Prozent auf „einigermaßen dringend". Dagegen antworteten nur 10,4 Prozent, dass sie im Alltag „umweltfreundliche Produkte bevorzugt kaufen". Der Unterschied zwischen dem Anteil der Zustimmung und dem Anteil des Kaufverhaltens beträgt 61,3 Prozentpunkte.
Die tatsächlich umgesetzten Punkte häuften sich dort, wo keine Kosten anfallen. Am häufigsten war mit 42,7 Prozent „Mülltrennung für das Recycling", es folgten „Mehrweggeschirr benutzen" mit 22,8 Prozent und „Einwegartikel reduzieren" mit 17,4 Prozent. Die Produktwahl, die mit Ausgaben verbunden ist, fehlt unter den vorderen Punkten.
Als Faktoren, die die Umsetzung behindern, nannten 29,1 Prozent „weil es umständlich und unbequem ist" und 28,1 Prozent „weil die Wirkung der Umsetzung schwer zu spüren ist", beide Punkte zusammen ergaben 57,2 Prozent. Auf „Kostenbelastung" entfielen 15,0 Prozent, auf „Es ist schwer, an die Aufrichtigkeit der Unternehmen zu glauben" 11,4 Prozent. „Keine besonderen Schwierigkeiten" antworteten 16,3 Prozent.
Bei der Frage zur Zahlungsbereitschaft wird die Lücke deutlicher. Auf die Frage, ob sie für umweltfreundliche Produkte zusätzliche Kosten zahlen würden, lag „Bei großem Preisunterschied kaufe ich nicht" mit 45,2 Prozent am höchsten. „Ich würde bei 5-10 Prozent höherem Preis kaufen" erreichte 34,0 Prozent, „Ich würde auch bei mehr als 20 Prozent höherem Preis kaufen" 6,9 Prozent. Der Preisaufschlag, den die Verbraucher nach eigenen Angaben tragen würden, blieb überwiegend im oberen einstelligen Bereich.
Bei der Frage, die eine Situation annimmt, in der Umweltschutz und Bequemlichkeit im Alltag aufeinandertreffen, war „Ich wähle die Umwelt, wenn Vorteile oder Bedingungen geboten werden" mit 37,5 Prozent am häufigsten. „Ich nehme Kosten und Unannehmlichkeiten in Kauf und stelle die Umwelt voran" erreichte 32,4 Prozent, „Ich stelle Bequemlichkeit und Effizienz voran" 30,1 Prozent. Damit ist die Schicht der bedingten Wahl die stärkste, eine Gruppe, die sich je nach Gestaltung der Anreize bewegen kann.
Auch die Finanzbranche zielt auf denselben Punkt. Shinhan Card kündigte passend zum Tag der Erde am 22. die Einführung der Karte „ECO Plan" an. 0,2 Prozent der Umsätze bei Vertragspartnern im In- und Ausland werden als Öko-Spendenpunkte gutgeschrieben, und ab 1.000 Punkten wird der Betrag jeden Monat am 28. automatisch an die Stiftung Seoul Green Trust (서울그린트러스트) gespendet und für das Pflanzen von Bäumen verwendet. In den drei Bereichen Eco Life, Healthy Plan und Daily Vibe gilt jeweils ein Rabatt von 10 Prozent, die Rabattobergrenze wird nach dem Umsatz des Vormonats gestaffelt und beträgt für die drei Bereiche zusammen höchstens 60.000 Won im Monat.
Im Einzelnen teilt sich das auf in höchstens 30.000 Won für Eco Life und jeweils höchstens 15.000 Won für die beiden übrigen Bereiche. Beim Wechsel zur digitalen Abrechnung werden einmalig 1.000 Won und bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel am Montag 1.000 Won pro Woche als Cashback gewährt, für das Cashback im öffentlichen Verkehr ist ein Umsatz von mindestens 300.000 Won im Vormonat Bedingung. Die Jahresgebühr liegt nach vorliegenden Angaben bei 20.000 Won für die reine Inlandskarte und bei 23.000 Won für die auch im Ausland nutzbare Variante (VISA). Der Beginn der Antragstellung, der Kreis der Berechtigten und weitere Punkte des Ablaufs sind nicht verbindlich bekannt gegeben worden.
Cho Min-hee, Vorstandschefin von PMI, erklärte, beim Umweltproblem bestehe zwar ein gemeinsames Bewusstsein, auf das tatsächliche Verhalten wirkten aber reale Bedingungen wie Preis, Bequemlichkeit und Vorteile. Das Stichprobenverfahren und die Fehlermarge dieser Erhebung gehören nicht zum veröffentlichten Umfang, deshalb ist bei der Auslegung der Zahlen ein Spielraum nötig. Dass die Obergrenze der Zahlungsbereitschaft bei rund 10 Prozent liegt, deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der zustimmenden Schicht nicht zum Kauf übergeht, wenn umweltfreundliche Produkte in Preislagen oberhalb dieser Linie verkauft werden.
Zu prüfen ist am Ende die Größe des Anreizes. Wie stark eine Gutschrift von 0,2 Prozent und eine Rabattobergrenze von höchstens 60.000 Won im Monat die Preisschwelle der 45,2 Prozent senken, lässt sich erst überprüfen, wenn sich Nutzungsdaten der Karte angesammelt haben. Für Verbraucher hilft es bei der Wahl der Karte, die Jahresgebühr und die Bedingung zum Vormonatsumsatz auf den eigenen Ausgabenumfang zu übertragen und den tatsächlichen Vorteil zu berechnen.
